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S&P entzieht Niederlande die Bestnote

Die Liste der Staaten mit bester Kreditwürdigkeit wird immer kleiner: Nun ist auch die Niederlande aus diesem Club geflogen. Die Schweiz ist noch eines von 13 Ländern mit höchster Bonität.

Veröffentlicht am 29.11.2013

Da waren es noch drei: Nur noch Deutschland, Luxemburg und Finnland geniessen in der der Eurozone das begehrte «Triple A» - zumindest bei der Ratingagentur Standard & Poor's. Die entzog den Niederlanden nun die Bestnote für die Bonität. Die Liste der Staaten mit der besten Kreditwürdigkeit wird bei Standard & Poor's (S&P) immer kleiner. Die Ratingagentur entzog am Freitag den Niederlanden ihre Bestnote und stufte das Land von «AAA» auf «AA+» ab.

Die Aussichten für die Konjunktur der fünftgrössten Euro-Volkswirtschaft seien nicht mehr so gut wie zuletzt, teilte S&P am Freitag in London mit. Zudem hinkten die Niederlande bei der Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) pro Kopf hinter vergleichbaren Nationen her. Damit gibt es in der Eurozone mit Deutschland, Finnland sowie Luxemburg nur noch drei Staaten, die von S&P mit der Höchstnote bewertet werden. Weltweit sind es noch 13, darunter die Schweiz. Viele der mit «AAA» gewerteten Länder sind ausserdem kleine Nationen, die nur in geringem Volumen Staatsanleihen ausgeben, so etwa Hongkong, Liechtenstein und Singapur

Von den G20-Ländern haben derzeit Australien, Deutschland, Grossbritannien und Kanada bei S&P die Bestnote inne. Viele grosse Länder - darunter mit den Vereinigten Staaten der grösste Schuldner der Welt - werden nicht mehr mit «AAA» bewertet. Den USA hat aber sogar die spektakuläre Abstufung durch S&P im August 2011 nicht geschadet. Das Land musste danach bei der Neuverschuldung nicht tiefer in die Tasche greifen. Denn Staatsanleihen der USA gelten bei Anlegern weiterhin als «sicherer Hafen».

Ratings im Euroraum nicht mehr so wichtig

Im Euroraum hat die Bedeutung von Ratingurteilen spürbar nachgelassen, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) im Sommer 2012 zugesagt hatte, den Euro mit allen Mitteln zu verteidigen. Das Sicherheitsnetz der Notenbank, bestehend insbesondere auf dem Anleihekaufprogramm OMT, wird offensichtlich als sehr engmaschig empfunden.

Die Abstufung der Niederlande ist vor allem auf die schwachen Aussichten für die Wirtschaft des Landes zurückzuführen. Die S&P-Experten rechnen zwar damit, dass sich die Wirtschaft nach dem Rückgang in diesem Jahr wieder bessern wird. Das Wachstum werde in den kommenden Jahren aber deutlich unter dem langfristigen Durchschnittswert liegen. Positiv sei, dass die Wirtschaftsleistung pro Kopf trotz des schwachen Wachstums weiter hoch bleibt. Zudem sei das Land nach wie vor sehr wettbewerbsfähig. Den Ausblick für die weitere Bewertung belässt S&P deswegen weiter bei stabil.

Aussichten für Zypern und Spanien etwas besser

Etwas optimistischer als zuletzt äusserte sich Standard & Poor's zu den hoch verschuldeten Euroländern Spanien und Zypern. Die Note für den kleinen, hochverschuldeten Inselstaat wurde leicht angehoben. Spanien droht zumindest so schnell keine weitere Abstufung mehr – der Ausblick wurde auf stabil angehoben. S&P hatte die Note für Spanien vor etwas mehr als einem Jahr um zwei Noten auf «BBB-» gesenkt. Damit ist das südeuropäische Land nur noch einen Schritt vom sogenannten Ramschniveau entfernt.

(sda/moh)

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