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S&P: Grexit wird keinen Flächenbrand auslösen

Athen: Ein Euro-Austritt wird nicht den gefürchteten Domino-Effekt haben. Keystone

Falls bis Ende Februar kein Konsens im Schuldenstreit gefunden wird, droht die Staatspleite und ein Euro-Austritt. Dass ein «Grexit» andere Staaten ansteckt, ist laut S&P aber unwahrscheinlich.

Veröffentlicht am 19.02.2015

Ein möglicher Austritt Griechenlands aus der Eurozone würde die anderen Mitglieder der Eurozone aus Sicht der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) nur in verkraftbarem Umfang finanziell belasten. «Alles in allem sind wir der Meinung, dass ein Grexit keine direkte Ansteckungsgefahr in einem Masse birgt, das andere Staaten aus der Eurozone treiben würde», sagte S&P Kreditanalyst Moritz Kraemer am Donnerstag in Frankfurt.

Dies liege nicht zuletzt an den inzwischen aufgebauten Brandmauern in der Eurozone wie dem Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM. Dieser könnte die Staaten der Eurozone nach einem hypothetischen Austritt Griechenlands finanziell unterstützen.

Auch sei Griechenland deutlich weniger mit den internationalen Finanzmärkten verflochten als noch vor wenigen Jahren. Nach Zahlen der Nationalbank Griechenlands seien die Finanzinstitute in der Eurozone im Dezember 2014 nur noch mit 61 Milliarden Euro in Hellas engagiert – 2011 waren es nach den Angaben noch 131 Milliarden Euro. Insgesamt geht S&P nicht davon aus, dass ein Grexit signifikante Auswirkungen auf die Ratings der anderen Euro-Staaten hätte.

Schuldenstreit in der finalen Phase

Griechenland hat am Donnerstag offiziell in einem Brief an Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem um eine Verlängerung der Hilfskredite um sechs Monate gebeten. Die deutsche Regierung hatte das Ansinnen Athens mit der Begründung abgelehnt, es ziele in Wahrheit nur auf eine Brückenfinanzierung, ohne die Anforderungen des Reform- und Hilfsprogramms zu erfüllen.

Griechische Vertreter haben daraufhin geantwortet, dass das Land den Antrag nicht nachbessern werde. Ein Regierungssprecher sagte in Athen, die Euro-Finanzminister hätten nur die Option, dem griechischen Vorschlag zuzustimmen oder diesen abzulehnen. Die Entscheidung der Eurogruppe werde offenbaren, wer eine Lösung wolle und wer nicht. Die Finanzminister des Währungsraums kommen am Freitag in Brüssel zu Beratungen über den Antrag zusammen.

(awp/sda/ise/ama)

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