Die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat mehreren Euro-Ländern wegen der Schuldenkrise mit dem Entzug der besten Bonitätsnote «AAA» gedroht. Neben Deutschland setzte S&P auch Frankreich auf eine Liste mit negativem Ausblick für die Bewertung der Staatsanleihen.

Den Entscheid teilte S&P am späten Montagabend mit und will demnach die Kreditwürdigkeit von insgesamt 15 Staaten der Euro-Zone prüfen.

Die Ratingagentur begründete den Schritt damit, dass die Probleme in der Eurozone in den vergangenen Wochen ein Mass erreicht hätten, das die Zone als Ganzes unter Druck setze. Sie nannte auch das ihrer Meinung nach unkoordinierte und unentschlossene Handeln der Politiker als Grund für die Abwertung.

Es gebe das Risiko, dass die Eurozone als Ganzes im kommenden Jahr in die Rezession rutsche, hiess es weiter. Die Wahrscheinlichkeit liege bei 40 Prozent. Für Staaten wie Spanien, Portugal und Griechenland geht S&P sicher von einem Wirtschaftsabschwung aus.

Staaten mit guter Bonitätsnote können sich in der Regel zu besseren Konditionen Geld von Investoren leihen als Länder mit einer schlechteren Note. So spart Deutschland etwa im Vergleich zu Italien jedes Jahr einen Milliardenbetrag wegen niedrigerer Zinsen.

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Über die drohende Herabstufung hatten am Abend bereits die Zeitung «Financial Times» auf ihrer Webseite sowie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet.

(tno/awp/sda)