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S&P sieht Russlands Bonität knapp über Ramschniveau

Präsident Putin: Sein harter Kurs in der Ukraine sorgt offenbar für Kapitalflucht.   Keystone

Standard & Poor's (S&P) senkt den Daumen: Wegen der Ukraine-Krise sieht die Ratingagentur Russlands Kreditwürdigkeit nur noch eine Stufe über Ramschniveau.

Veröffentlicht am 25.04.2014

Russlands Kreditwürdigkeit gerät wegen der Ukraine-Krise zusehends unter Druck. Am Freitag senkte die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) den Daumen: Die Bonitätsnote wurde um eine Stufe auf «BBB-» reduziert, wie S&P in London mitteilte. Das ist nur eine Stufe über dem sogenannten «Ramschbereich» (Non Investment Grade), der spekulative Anlagen kennzeichnen soll.

Der Ausblick für das Rating ist negativ, was weitere Abstufungen erwarten lässt. Auslöser könnten etwa schärfere Sanktionen des Westens sein, schreibt die Agentur.

Kapitalabfluss extrem gestiegen

S&P hat recht schnell auf die jüngste Zuspitzung der Krise in der Ukraine reagiert. Erst Mitte März hatte die Agentur Russland mit einer Abstufung gedroht, als sie den Ausblick für das Rating auf negativ senkte. Den jetzigen Schritt begründen die Bonitätsprüfer vor allem mit dem krisenbedingt gewaltigen Kapitalabfluss aus Russland. In den ersten drei Monaten 2014 hätten Investoren insgesamt 51 Milliarden Dollar aus dem Land abgezogen. Das ist fast so viel wie der jährliche Abfluss im Schnitt der vergangenen fünf Jahre. «Wir sehen das als Risiko für die Wachstumsaussichten Russlands.»

(awp/me/sim)

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