Die spanische Wirtschaft ist Anfang 2014 so stark gewachsen wie seit sechs Jahren nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg zwischen Januar und März um 0,4 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistikamt des Landes mitteilte. Damit verdoppelte sich das Wachstum im Vergleich zu Ende 2013.

Spanien lässt die Rezession Schritt für Schritt hinter sich. Davon ist auch die Regierung überzeugt, die ihre Wachstumsprognose für 2014 von 0,7 auf 1,2 Prozent erhöhte. Das laufende Jahr werde der Wendepunkt, sagte Wirtschaftsminister Luis de Guindos. «Wir werden Wachstum haben bei der Beschäftigung, beim BIP und beim Einkommen.» Mittelfristig werde auch die Zahl der Arbeitslosen sinken.

Preise steigen

In den nächsten drei Jahren dürfte die Konjunktur weiter stetig zulegen, schätzt die Regierung. Sie veranschlagt für 2017 sogar einen Zuwachs von drei Prozent. Dass Spanien auf einem guten Weg ist, signalisieren auch die Inflationsdaten: Im April stiegen die Verbraucherpreise zum Vorjahr um 0,3 Prozent, nachdem sie im März noch um 0,2 Prozent gesunken waren. Das hatte damals Sorgen vor einer Deflation geschürt, also einem Preisverfall auf breiter Front.

Von einem spürbaren Aufschwung ist die viertgrösste Volkswirtschaft der Euro-Zone aber noch weit entfernt. Denn die Einzelhandelsumsätze fielen im März um 0,5 Prozent binnen Jahresfrist, obwohl Ökonomen hier ein leichtes Plus erwartet hatten. «Dies spiegelt wohl die weiter schwache Inlandsnachfrage wider», sagte Jose Luis Martinez von der Citibank. «Das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal dürfte niedriger ausfallen als im ersten.» Auch Ruben Segura-Cayuela von der Bank of America Merrill Lynch gab sich eher skeptisch: «Man kann sich nur schwer vorstellen, wie die Wirtschaft in den nächsten Quartalen deutlich mehr als 0,3 Prozent im Schnitt wachsen soll.»

(reuters/dbe)

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