1. Home
  2. Konjunktur
  3. Spanien: Nur sportlich kein Sorgenkind

Spanien: Nur sportlich kein Sorgenkind

Spaniens teuerster Spieler Iniesta (r.) bei einem Freundschaftsspiel gegen China. (Bild: Keystone)

Sind Sie bereit für die Fussball-EM? «Handelszeitung Online» stellt in Zusammenarbeit mit Euler Hermes Schweiz alle Nationen vor - auch abseits von sportlichen Perspektiven. Heute: Spanien.

Von Laura Frommberg
am 07.06.2012

Ob sich alle Spanier sorglos dem Fussballfieber hingeben können, ist fraglich - das Land ist gewaltig unter Druck. Die Hiobsbotschaften aus dem Süden Europas reissen nicht ab: Das von Schulden geplagte Land räumte erst kürzlich Probleme bei der Beschaffung von frischem Geld auf den Finanzmärkten offen ein. «Die Tür zu den Märkten steht uns derzeit nicht offen», sagte Finanzminister Cristóbal Montoro am Dienstag dem Radiosender Onda Cero.

Spaniens Banken leiden unter einem Berg an faulen Hypothekenkrediten. Dies sind Altlasten aus dem Platzen einer Immobilienblase vor einigen Jahren. Experten schätzen den zusätzlichen Finanzierungsbedarf auf 30 bis 70 Milliarden Euro. Rekordarbeitslosigkeit und Rezession bringen das Land noch weiter in Schieflage.

Sport

Zumindest sportlich ist Spanien aber Spitzenreiter. Laut der Fifa-Weltrangliste ist der amtierende Welt- und Europameister die beste Mannschaft der Welt. Und damit auch der Favorit für die Meisterschaft. Laut einer Studie, die die Universität Hohenheim erstellte, beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass Spanien den Titel erneut holt, 24,1 Prozent. Danach folgt Deutschland mit 22,5 Prozent. In der Gruppe C spielen gegen Spanien Italien, Irland und Kroatien.

Marktwert

Mit 875 Millionen Schweizer Franken Gesamtwert ist die spanische Nationalmannschaft kein Schnäppchen. Wertvollster Spieler des Teams ist laut transfermarkt.ch Mittelfeldspieler Andrés Iniesta vom FC Barcelona mit einem Marktwert von 86,5 Millionen Franken.  

Wirtschaft

Die spanische Wirtschaft ist unter Druck: Die inländische Wirtschaft ist belastet durch eine rekordhohe Arbeitslosenquote, konsequente Anstrengungen zur Steuerkonsolidierung und drastische Sparmassnahmen belasten sie. Der Aussenhandel sorgt für einen gewissen Ausgleich, der jedoch durch die abnehmende Nachfrage wieder geschwächt wird. Für grosse Unsicherheiten im Land sorgt allerdings die derzeit schwelende Krise im Bankensektor. Ob Spanien sich letztlich unter den Rettungsschirm ESFS der EU flüchten muss, bleibt noch abzuwarten.

 

Die Frankreich-Spiele in Gruppe C

Sonntag, 10. Juni / 18.00 Uhr: Spanien-Italien
Donnerstag, 14. Juni / 20.45 Uhr: Spanien-Irland
Montag, 18. Juni / 20.45 Uhr: Spanien-Kroatien

 

 

«Handelszeitung Online» präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Kreditversicherer Euler Hermes Schweiz die 16 EM-Länder - für einmal nicht nur beschränkt auf den rein sportlichen Fokus. Lesen Sie am Freitag: Alle Details zu Deutschland.

Anzeige