Die Rendite für spanische Staatsanleihen im richtungsweisenden zehnjährigen Laufzeitbereich auf den höchsten Stand seit Einführung des Euro.

Bis zum Nachmittag legte die Rendite um 26 Basispunkte auf 6,783 Prozent zu. Noch nie seit Gründung der Währungsgemeinschaft lag sie über diesem Niveau. Auch italienische Staatspapiere hat die Krise mit voller Wucht erfasst. Die zehnjährigen Renditen kletterten um 15 Basispunkte auf 6,156 Prozent. Nach Einschätzung von Experten herrscht die blanke Panik am Markt. «Vor den Wahlen in Griechenland gehen Investoren in Gold und Dollar - jegliches Risiko wird gemieden», sagte Marc Burgheim, Leiter des Devisenhandels der BayernLB.

Immer deutlicher wird jedoch auch, wie sehr die Finanzmärkte an den jüngst beschlossenen Hilfszahlungen für den maroden spanischen Bankensektor zweifeln. Am Wochenende kündigten Madrid und seine Euro-Partner an, dass Spanien unter den Rettungsschirm schlüpfen wird. Bis zu 100 Milliarden Euro sollen aus den Krisenfonds EFSF oder ESM fliessen, damit der angeschlagene spanische Finanzsektor saniert werden kann.

Mehr Spanien-Hilfe nötig?

Die Befürchtungen, dass Hilfen allein für die Banken nicht reichen, wird jedoch immer grösser. «Auch wenn Spanien zunächst nur für seine Banken um Geld bittet, ist die Wahrscheinlichkeit nun recht gross, dass das Land bald auch für die Finanzierung seines normalen Staatshaushalts um Hilfe nachsuchen wird», sagt Commerzbank-Analyst Ralph Solveen.

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Doch mittlerweile hat Italien, das als drittgrösste Euro-Volkswirtschaft als entscheidender Dominostein in der Schuldenkrise gilt, Spanien als grössten Unruheherd abgelöst. Spätestens nachdem Österreichs Finanzministerin Maria Fekter ein Hilfsprogramm für Rom am Montagabend nicht ausschliessen wollte, zittert Europa um ein Schwergewicht, das nach einhelliger Expertenmeinung zu gross für den Rettungsschirm wäre.

Dass der italienische Premier Mario Monti Fekter umgehend auf die Finger klopfte, beeindruckt Investoren wenig. «Ich halte es für vollkommen unangemessen, dass eine Ministerin eines EU-Mitgliedstaates die Lage eines anderen EU-Mitgliedstaates kommentiert. Daher verzichte ich auf jegliche Kommentare», hatte Monti auf Anfrage von Journalisten gesagt, die ihn um eine Reaktion auf Fekters Äusserung baten.

(laf/rcv/sda)