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Städte locken Touristen in die Schweiz

Schweizer Hoteliers können sich freuen: Die Experten von Bakbasel erwarten Wachstum im Schweizer Tourismus. Dabei geht der Impuls laut Seco von den Städten aus – während der Alpenraum Sorgen bereitet.

Veröffentlicht am 20.10.2014

Der hiesigen Hotelwirtschaft steht eine gute Wintersaison bevor. Die Experten von Bakbasel jedenfalls gehen bei der Nachfrage nach Übernachtungen von einem Wachstum von 2,0 Prozent aus, dies nachdem im letzten Winter noch ein Plus um 0,9 Prozent resultiert hatte. Auch für die Tourismusjahre 2015 und 2016 (November bis Oktober) insgesamt wird mit einer Zunahme gerechnet. Davon werden wohl auch die Bergbahnen profitieren, obschon die Experten für das laufende Tourismusjahr noch mit rückläufigen Verkehrserträgen rechnen.

Die Prognose für die Übernachtungen in der bevorstehenden Wintersaison basiere auf einer steigenden Wachstumsdynamik der weltweiten und insbesondere der europäischen Konjunktur, auf einem stabilen Euro-Franken-Wechselkurs sowie auf besseren Witterungsbedingungen und Schneeverhältnissen als im Vorjahr, teilte das Seco am Montag mit.

Das kommende Jahr wird besser

Auch in der Sommersaison 2015 erwartet Bakbasel ein «ansprechendes« Nachfragewachstum von plus 2,3 Prozent, was eine deutliche Verbesserung im Vergleich zur aktuell noch laufenden Saison 2014 wäre. Die aktuellste Schätzung geht den Angaben zufolge nämlich nur von einer Zunahme der Zahl der Hotelübernachtungen um magere 0,2 Prozent aus, was unterhalb der Erwartungen liege.

Für diese magere Entwicklung macht das Seco hauptsächlich zwei Gründe verantwortlich: Zum einen ist die Erholung der europäischen Konjunktur erlahmt, zum anderen waren die für den Freizeit- und Ferientourismus wichtigen Wetterverhältnisse in einigen Monaten des Sommers 2014 unvorteilhaft.

Für das gesamte Tourismusjahr 2015 wird damit ein Zuwachs an Hotellogiernächten von 2,2 Prozent erwartet. Im Tourismusjahr 2016 dürfte sich die hiesige Tourismuswirtschaft mit einem prognostiziertem Plus von 1,2 Prozent auf dem langfristigen Wachstumspfad bewegen, heisst es.

Unsichere Lage an Finanzmärkten ist ein Risiko

Die insgesamt erfreuliche Entwicklung stelle sich aber nicht überall gleich ein, sagte Kämpf. So ist der Städtetourismus in der Schweiz ein regelrechter Wachstumsmotor, wo hingegen die Entwicklung im Alpenraum mehr Sorge bereitet. «Die Schere geht weit auseinander», sagte der Leiter Tourismus beim Seco.

Die Schweizer Städte seien sehr gut positioniert. Doch auch wenn man optimistisch ins nächste Jahr schauen kann, die instabile Konjunktur, die geopolitische Unsicherheit und die unsicheren Finanzmärkte seien grosse Risiken, sagte Kämpf.

Erfreuliche Aussichten für Bergbahnen

Die Zahl der Hotelübernachtungen ist auch für die Auslastung der Schweizer Bergbahnen entscheidend. Gemäss den neuesten Schätzungen von Bakbasel dürften die Verkehrserträge im laufenden Tourismusjahr im Vergleich zum Vorjahr real um rund 4,3 Prozent abnehmen. Für 2015 rechnen die Experten hingegen mit einem Anstieg um 3,1 Prozent.

Mittelfristig seien die Aussichten für die Schweizer Bergbahnen erfreulich. Bakbasel jedenfalls geht für die Tourismusjahre 2016 und 2017 von einem Anstieg der realen Verkehrserträge um 2,5 Prozent bzw. 2,3 Prozent aus. Zum einen sollten sich bei den übernachtenden Gästen weiterhin Nachfragesteigerungen einstellen. Zum anderen dürfte es dank erwartet günstiger Binnenkonjunktur bei den Tagesgästen aus der Schweiz einen Aufwärtstrend geben, wie es heisst.

(sda/awp/me/ama)


 

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