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Frankenstärke
Star-Ökonom: SNB rüstet sich für den Brexit

Bis zur Brexit-Abstimmung dürfte sich die SNB-Geldpolitik nicht ändern. Zu diesem Schluss kommt Nouriel Roubini in einer neuen Studie. Bei einem Ja wäre dann gar ein neues Verbot für Banken denkbar.

Veröffentlicht am 02.05.2016

Nach einem Treffen mit Vertretern der Schweizerischen Nationalbank (SNB) rechnet Star-Ökonom Nouriel Roubini bei der nächsten Lagebeurteilung vom 16. Juni nicht mit einer Änderung der Geldpolitik durch die Währungshüter.

Um einen Anstieg des Frankens zum Euro zu verhindern, dürfte die Notenbank weiterhin am Devisenmarkt intervenieren, hiess es in einer am Montag verfügbaren Studie von Roubinis Firma Roubini Global Economics. Die SNB dürfte Pulver für den Fall trocken halten, dass der Franken etwa in Zusammenhang mit der britischen Abstimmung über den Austritt aus der Europäischen Union (Brexit) anziehe.

Szenarien für den Brexit

Stimmen die Briten für den Brexit, rechnet Roubini mit einem Anstieg des Frankens zum Euro in Richtung Parität. Möglicherweise könnte die Landeswährung vorübergehend sogar über diese Marke hinausschiessen, sollten die Währungshüter nicht sofort die Zinsen senken. Um sich gegen die Zuflüsse in den Franken zu wehren, könnten dann Devisenmarkt-Interventionen nicht ausreichen.

Das naheliegende Instrument wäre dann eine Ausweitung der Negativzinsen auf minus 1,0 oder sogar minus 1,25 Prozent von gegenwärtig 0,75 Prozent. In einem ersten Schritt schlossen die SNB-Vertreter Roubini zufolge aber auch kleinere Senkungen von zehn oder 15 Basispunkten nicht aus, wie das die Schwedische Reichsbank erfolgreich vorexerziert habe.

Mögliches Verbot für Umschichten in Bares

Um weitere Zinssenkungen wirksamer zu machen könnte die SNB zudem dazu übergehen, Banken das Umschichten ihrer Reserven in Barmittel zu untersagen. Gegenwärtig fehle der Notenbank dazu eine rechtliche Handhabe. Doch die SNB-Vertreter zeigten sich Roubini zufolge zuversichtlich, dass die entsprechenden Rechtsvorschriften geändert werden könnten.

Ein SNB-Sprecher wollte sich zur Studie nicht äussern.

(reuters/jfr/me)

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