Der Runde Tisch zum starken Franken hat keine konkreten Ergebnisse gebracht. «Wir nehmen alle Vorschläge sehr ernst und prüfen diese», sagte Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann nach dem Treffen vor den Medien in Bern.

Kurzfristig setzt Schneider-Ammann auf die Wettbewerbskommission (Weko) und den Preisüberwacher. Diese sollten ihren Spielraum vollständig ausschöpfen, sagte der Volkswirtschaftsminister. Er sei auch bereit, über zusätzliche Kapazitäten zu diskutieren.

Zu den Importpreisen sagte Schneider-Ammann, er habe den Teilnehmenden des Runden Tisches klargemacht, dass er die Importpreise durchgesetzt haben wolle und dass sofort etwas geschehen müsse.

Kritik an internationalen Herstellern?

Die Teilnehmenden des Runden Tisches stritten allerdings alle ab, vom Wechselkurs zu profitieren, wie die Westschweizer Konsumentenschützerin Monika Dusong kritisierte.

Laut Schneider-Ammann sind die internationalen Hersteller die «Schuldigen»: Er habe zur Kenntnis genommen, dass die Importeure Umsatzeinbussen verzeichneten. Die internationalen Hersteller gäben die Preise für die Schweiz vor, auf Basis früherer Wechselkurse, sagte der Volkswirtschaftsminister.

Dies betonten auch Migros-Chef Herbert Bolliger und Amag-Chef Morten Hannesbo. Über die Vertriebsstellen in der Schweiz würden die hohen Preise diktiert, und die Parallelimporte funktionierten nicht, kritisierte Bolliger. «Wir sind nicht die Gewinner», sagte Hannesbo.

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Industrie fordert definierten Wechselkurs

Obwohl keine konkreten Ergebnisse vorliegen, zeigte sich Schneider-Ammann zufrieden mit dem Runden Tisch. Alle seien gekommen, das allein sei ein gutes Zeichen, sagte er. «Wir haben miteinander festgestellt, dass wir die Herausforderungen nur gemeinsam angehen können.»

Die Vertreter des Detailhandels und der Importbranche sprachen sich für eine Referenzkurs aus: Die Wirtschaft brauche Planungssicherheit, und dafür sei es nötig, eine Bandbreite für den Wechselkurs festzulegen, sagte Bolliger. Auch Hannesbo verlangte einen definierten Wechselkurs.

Schneider-Ammann zeigte Verständnis für die Forderung, hielt aber fest, es bleibe ein Wunsch der Industrie. Ausserdem sei in erster Linie die Nationalbank dafür zuständig. Was weitere mögliche Massnahmen betrifft, hielt sich der Volkswirtschaftsminister ebenfalls bedeckt. Er will dem Bundesrat in einer Woche Massnahmen vorschlagen. Ob er eine Verschärfung des Kartellgesetztes beantragen wird, liess Schneider-Ammann offen.