Von der Aufgabe des Mindestkurses zum Euro durch die Schweizerische Nationalbank profitieren die hiesigen Unternehmen nur begrenzt in Form von niedrigeren Kosten. «Die Umsätze verringern sich stärker als die Kosten, die Gewinne reduzieren sich teils markant», lautet das Fazit einer am Montag veröffentlichten Studie der Konjunkturforschungsstelle Kof der ETH Zürich. Tendenziell seien die Auswirkungen über Unternehmen und Branchen hinweg allerdings sehr unterschiedlich.

Die Industrie beispielsweise reagiere stärker negativ als der Dienstleistungsbereich oder der Bausektor hinsichtlich der erwarteten Umsatzrückgänge. Zugleich würden bei den Industriebetrieben die Kosten durch günstigere Importe am stärksten sinken.

Hotellerie drohen die höchsten Umsatzbussen

Innerhalb des Dienstleistungsbereichs gehört die Hotellerie den Angaben zufolge zu den Branchen, welche die stärksten Umsatzeinbussen erwarten. Bei den Industriebranchen seien es die Maschinenhersteller und Automobilzulieferer sowie die Metallproduzenten.

Ein uneinheitliches Bild zeige sich bei Chemie- und Pharmafirmen: Chemiefirmen würden den Wechselkursschock besonders spüren, während Pharmafirmen im Durchschnitt nur geringe Veränderungen bei den Umsätzen erwarteten. Insgesamt reduziere der Wechselkursschock die erwarteten Unternehmensgewinne erheblich, heisst es. Die erwarteten Gewinnminderungen seien deutlich höher für Industriefirmen als für den Dienstleistungssektor, der - mit Ausnahme der Hotellerie - nur geringfügige Gewinneinbussen erwarte.

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Aktueller Frankenkurs lässt noch schlimmere Folgen befürchten

Die Analyse basiert auf einer Umfrage bei knapp 900 Firmen aus allen Branchen der Industrie, des Baus und des Dienstleistungsgewerbes während die Untergrenze noch in Kraft war. Die Unternehmen wurden gefragt, wie sich ihre wirtschaftlichen Kennzahlen verändern, wenn der Franken zum Euro von 1.20 auf 1.10 aufwerten würde. Heute ist die Schweizer Währung mit etwa Gleichstand zur Gemeinschaftswährung sogar noch stärker – die Effekte für die heimischen Firmen also noch stärker.

(moh, mit awp/se)