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Die Schweiz setzt stark auf ausländische Ärzte

Die Schweiz vertraut auf medizinisches Know-how aus dem Ausland: Fast jeder dritte Arzt hierzulande ist zugezogen. Andere europäische Länder setzen aber noch stärker auf fremdländische Mediziner.

In der Schweiz sind Ärzte häufig zugezogen. Fast jeder dritte Mediziner hierzulande wurde im Ausland ausgebildet. Das ist ein viel höherer Anteil als in den Nachbarländern – in Deutschland stammt nur jeder zehnte Arzt aus dem Ausland, in Italien weniger als jeder hunderte gemäss Zahlen der OECD. Es gibt allerdings europäische Länder, die noch stärker als die Schweiz auf ausländische Mediziner setzen: In Irland und Norwegen sind fast 40 Prozent der Mediziner von anderswo, wie die Grafik des Datenanbieters Statista zeigt.

Die Mehrheit der ausländischen Ärzte in der Schweiz stammt aus Deutschland. In den letzten Jahren sind aber deutlich weniger Mediziner aus dem nördlichen Nachbarland zugezogen – dafür kommen mehr Ärzte aus Süd- und Südosteuropa in die Schweiz. Nicht allen ausländischen Doktoren gelingt offenbar ein reibungsloser Start. Der Aargau hat diesen Frühling die Zulassung von ausländischen Ärzten deshalb eingeschränkt. Der Kanton begründete die Massnahme mit «Qualitäts- und Erfahrungsproblemen» bei frisch zugezogenen Ärzten.

Die Schweiz soll mehr Ärzte ausbilden

Trotz solcher Probleme bleibt die Schweiz aber auf ausländische Ärzte angewiesen. Die medizinische Versorgung funktioniere hierzulande nur dank ausländischer Mediziner, betonte der Ärzteverband FMH letztes Jahr. Der Verband fordert darum auch zusätzliche Medizinstudienplätze, um mehr Schweizer Ärzte auszubilden.

(Mathias Brandt, Statista/mbü)

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