Trotz Rekordarbeitslosigkeit hellt sich die Stimmung bei Frankreichs Konsumenten etwas auf - allerdings auf niedrigem Niveau. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen kletterte im Januar das dritte Mal in Folge und stieg zum Dezember um einen Punkt auf 86 Zähler, wie das nationale Statistikamt Insee mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten mit einer Stagnation gerechnet. Trotz der Aufwärtstendenz bleibt der Index weiter unter seinem langjährigen Durchschnitt von 100 Punkten.

Sorgenkind der Euro-Zone

Die Franzosen bewerteten ihre eigene Finanzlage für die nächsten zwölf Monate aber weniger skeptisch als zuletzt. Frankreich gilt derzeit als Sorgenkind in der Euro-Zone. Die Arbeitslosigkeit erreichte im Dezember den Rekordwert von 3,3 Millionen. Damit konnte Präsident Francois Hollande seine Zusagen nicht einlösen, dass die Arbeitslosigkeit zum Jahresende sinken werde. Kritiker werfen Hollande vor, zu wenig für die langfristigen Wachstumsaussichten zu tun. Zuletzt hat der Präsident allerdings Reformen angekündigt. Die Unternehmen sollen bei den Abgaben um 30 Milliarden Euro entlastet werden, im Gegenzug aber klare Ziele bei der Schaffung von Stellen erfüllen. In seiner Neujahrsansprache hatte Hollande Unternehmen einen «Pakt der Verantwortung» angeboten, um die Arbeitslosigkeit zu senken.

(reuters/dbe/sim)

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