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Swiss Re: 2015 war ein ruhiges Katastrophenjahr

Hafen von Tianjin: Die Explosionen verursachten einen Milliardenschaden. Keystone

Die weltweiten Katastrophenkosten lagen im letzten Jahr klar unter dem 10-Jahres-Schnitt, wie eine Swiss-Re-Studie zeigt. Vor allem die Schäden durch Naturkatastrophen nahmen sich klein aus.

Veröffentlicht am 30.03.2016

Im Jahr 2015 haben sich die weltweit von Katastrophen verursachten, versicherten Kosten weiterhin deutlich unterhalb des für die vergangenen zehn Jahren berechneten Durchschnitts bewegt. Gemäss den Berechnungen des Rückversicherers Swiss Re betrugen die versicherten Katastrophenschäden insgesamt 37 Milliarden Dollar gegenüber 36 Milliarden im Jahr davor. Im zehnjährigen Durchschnitt errechnet sich demgegenüber ein Wert von deutlich höheren 62 Milliarden.

Während die Schäden aus Naturkatastrophen gesunken sind, liess das Unglück am chinesischen Hafen in Tianjin die Kosten für von Menschen verursachten Schäden (Man-made) ansteigen. Erstere sind um 3 Prozent auf 28 Milliarden Dollar zurückgegangen, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Sigma-Studie der Swiss Re hervorgeht. Die versicherten Man-made-Verluste kletterten um 28 Prozent auf 9 Milliarden.

Hohe Kosten in Tianjin

Dabei bewegen sich die Tianjin-Kosten im Rahmen von 2,5 bis 3,5 Milliarden Dollar. Die Explosionen und Feuer in Tianjin forderten 173 Todesopfer und noch weit mehr Verletzte, sie beschädigten und zerstörten Fahrzeuge, Schiffscontainer, Produktionsanlagen und umliegendes Gelände. Die Schadenschätzung sei aufgrund der vielen unterschiedlichen betroffenen Geschäftssparten und Haftungsarten nur schwer einschätzbar.

Der gesamtwirtschaftliche Schaden aus Natur- und Man-made-Katastrophen nahm im Jahr 2015 um 19 Prozent auf 92 Milliarden Dollar ab. Der zehnjährige Durchschnitt beläuft sich auf 192 Milliarden. Die Katastrophen hatten im vergangenen Jahr rund 26'000 Menschenleben gefordert, was doppelt so viel ist wie 2014. Ausserdem habe die Anzahl Naturkatastrophen mit 198 einen neuen Rekord seit der Erfassung im Rahmen der Sigma-Studie erreicht, heisst es weiter.

Ruhige Hurrikansaison

Beinahe 9'000 Menschen kamen beim Erdbeben in Nepal ums Leben. Das Erdbeben der Stärke 7,8 hatte im April eine humanitäre Katastrophe ausgelöst, an die 500'000 Häuser wurden zerstört. Der wirtschaftliche Schaden daraus wird auf mehr als 6 Milliarden Dollar geschätzt.

Bei den Naturkatastrophen verursachte ein Wintersturm, der Mitte Februar durch 17 US-Staaten zog und in Massachusetts die grössten Schäden angerichtet hat, mit über 2 Milliarden die höchsten Kosten für die Versicherungsindustrie. Die Hurrikansaison im Nordatlantik verlief dagegen erneut ruhig: Kein einziger grösserer Hurrikan sei in den USA auf Land getroffen.

(awp/ise/ama)

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