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Bilanz
Swiss Re: Kosten wegen Katastrophen steigen

Waldbrände in Kanada: Die Schäden gingen in die Milliarden. Keystone

Im ersten Semester sind die Kosten durch Erdbeben, Waldbrände oder Unwetter auf über 70 Milliarden Dollar gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von fast 40 Prozent.

Veröffentlicht am 18.08.2016

Erdbeben, Überschwemmungen, Waldbrände oder auch Gewitterfronten haben im ersten Halbjahr 2016 weltweit zu deutlich höheren finanziellen Belastungen geführt als noch vor Jahresfrist. Die volkswirtschaftlichen Kosten aus Natur- und von Menschen verschuldeten Katastrophen sind gemäss Schätzungen des Rückversicherers Swiss Re um 38 Prozent auf 71 Milliarden Dollar gestiegen, wie der am Donnerstag veröffentlichten sigma-Studie zu entnehmen ist.

Die höhere Schadensbelastung bekommen auch die Versicherungsgesellschaften zu spüren: Sie tragen rund 44 Prozent der Gesamtkosten oder 31 Milliarden Dollar. Damit sind die versicherten Kosten gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 um 51 Prozent angestiegen und liegen in etwa auf dem Niveau des zehnjährigen Durchschnitts. Demgegenüber hat sich die Anzahl Todesopfer auf rund 6'000 halbiert.

Geringere menschenverursachte Schäden

Das in der Gesamtbilanz resultierende Kostenwachstum ist auf Naturkatastrophen zurückzuführen, die für 68 Milliarden Dollar der volkswirtschaftlichen Belastungen verantwortlich waren und um 48 Prozent angestiegen sind. Davon versichert sind 28 Milliarden (+75 Prozent). Die Schäden aus sogenannten Man-Made-Ereignissen gingen von 5 Milliarden auf 3 Milliarden Dollar zurück.

Den mit rund 7 Milliarden Dollar grössten Kostenblock für die Versicherer lösten drei Gewitterfronten aus, die im März und April über Teile der USA hinweggefegt sind. Als grösstes Einzelereignis führt die sigma-Studie jedoch das Erdbeben auf, welches Mitte April die Erde in der südjapanischen Präfektur Kumamoto erzittern liess. Die versicherten Kosten daraus belaufen sich den Schätzungen zufolge auf 5,6 Milliarden Dollar.

Teure Feuer

Derweil sei Europa Ende Mai und Anfang Juni von schweren Unwettern heimgesucht worden (versicherte Kosten: 2,8 Milliarden). Gross waren auch die Schäden (2,5 Milliarden), welche die Wald- und Buschfeuer um die für Kanadas Ölsandgewinnung bekannte Stadt Fort McMurray im Mai zur Folge hatten. Dies seien die wohl teuersten Flächenbrände in der Versicherungsgeschichte gewesen, so die Swiss Re.

Bereits im Juli hatte der deutsche Konkurrent Munich Re seine Schätzungen zu den Katastrophenschäden im ersten Halbjahr veröffentlicht. Gemäss den Münchnern lagen die volkswirtschaftlichen Kosten bei 70 Milliarden Dollar, wovon 27 Milliarden versichert waren.

(awp/ise/ama)

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