Die Risiken für die Schweiz durch das erneute Aufflammen der Schuldenkrise in Europa sind laut Einschätzung von Swissmem-Präsident Hans Hess wieder gewachsen. Mit der Suche nach Sicherheit verschärften Anleger den Aufwertungsdruck auf den Franken, sagte Hess der «SonntagsZeitung» (SoZ, Ausgabe vom 13.5.).

Er befürchtet aber kein Fallen der Wechselkurs-Untergrenze. «Ich bin überzeugt, dass die Nationalbank alles daran setzen wird, die Marke von 1,20 Franken zu halten und dass ihr dies auch gelingt», so Hess.

Keine schwere Rezession erwartet

Swissmem fordere zudem, dass sich die SNB mit taktischen und kommunikativen Massnahmen für eine weitere Abschwächung des Franken einsetze. Für eine Anhebung der Untergrenze plädiert Hess hingegen nicht, die Risiken für die Glaubwürdigkeit der SNB seien zu gross.

Auch mit einer schweren Rezession rechnet der Swissmem-Präsident nicht. Zwar habe sich die Situation in den vergangenen Monaten wieder etwas eingetrübt und es rechne nur noch ein Drittel der Firmen in der Maschinen-, Energie- und Metallindustrie mit einer positiven Umsatzentwicklung. «Einen dramatischen Einbruch stelle ich aber nicht fest», so Hess.

Innerhalb der MEM-Industrie gebe es sehr grosse Unterschiede. Besonders schlecht sei die Situation zum Teil im Bereich Werkzeugmaschinen, auch Firmen im Energiebereich hätten es zunehmend schwer.

Ansonsten sei die Entwicklung gegenüber 2011 aber mehr oder weniger ausgeglichen, auch wenn der starke Franken weiter auf die Margen drücke.

(aho/awp)

Anzeige