Die Terrorangst nach dem Absturz eines russischen Urlauberjets über dem Sinai schädigt auch den Tourismus in anderen Teilen Ägyptens. Zu Weihnachten liegt die Auslastung in den Hotels der oberägyptischen Tourismushochburg Luxor nur bei rund 25 Prozent. Das erklärte der Provinzgouverneur Mohammed Badr am Freitag.

Badr zufolge halten sich derzeit 5000 Touristen in der Region auf, die dort Weihnachten feiern. Die meisten Gäste kämen aus Grossbritannien, Frankreich und Deutschland. In den Zeiten vor dem arabischen Aufstand im Frühjahr 2011 seien die Unterkünfte stets ausgebucht gewesen.

Einbruch seit 2011

Das ägyptische Tourismusgeschäft verzeichnet seit dem Aufstand gegen den Langzeitherrscher Husni Mubarak im Frühjahr 2011 einen starken Einbruch. Der Wirtschaftssektor gehört zu den wichtigsten des Landes. In diesem Sommer zeichnete sich landesweit eine Erholung ab.

Die Branche erlebte jedoch Ende Oktober einen erneuten Rückschlag, als eine russische Passagiermaschine über der Sinai-Halbinsel abstürzte und alle 224 Menschen an Bord ums Leben kamen. Russlands Geheimdienst und westliche Regierungen gehen von einem Terroranschlag aus. Die Terrormiliz IS übernahm die Verantwortung. Ägyptens Regierung sieht für einen Anschlag bislang keinen Beweis.

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Hotelplan stellt Flüge ein

Die Nachfrage aus der Schweiz nach Reisen nach Sharm el-Sheikh und Hurghada war zuletzt so gering, dass Hotelplan die Notbremse bei den Ägypten-Rotationen zog. «Die Buchungseinbrüche seit dem Anschlag auf der Sinai-Halbinsel sind massiv», stellte Hotelplans Badeferien-Chef Tim Bachmann gegenüber travelnews.ch fest.

Neben Hotelplan stellte auch Edelweiss Air die Sharm el-Sheikh-Flüge ein, wie EDW-Sprecher Andreas Meier gegenüber dem Reiseportal bestätigte. Die Hurghada-Rotation werde aber weiterhin aufrecht erhalten.

(sda/ise)