Die Schweizerische Nationalbank hält an ihrer Geldpolitik fest. Sie wird den Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro weiterhin «mit aller Konsequenz durchsetzen» und ist dazu weiterhin bereit, Devisen «in unbeschränkter Höhe» zu kaufen. Der Franken bleibe nach wie vor hoch bewertet.

Das Zielband für den Dreimonats-Libor bleibt unverändert bei rekordtiefen 0 Prozent bis 0,25 Prozent . Wenn nötig sei man «bereit, jederzeit weitere Massnahmen zu ergreifen», teilen die Währungshüter mit. Der Zinsentscheid war in dieser Form erwartet worden.

Der Grund ist klar. Die Extremrisiken wie ein Auseinanderbrechen der Eurozone hätten sich seit Ende 2012 aber reduziert, sagte Nationalbank-Chef Thomas Jordan in einem Interview mit Radio SRF. Die Budget- und Strukturprobleme in Europa seien aber noch nicht gelöst. Damit bestehe weiterhin das Risiko für Rückschläge, auch für die vergleichsweise kleine Volkswirtschaft Schweiz, sagte er.

Risiko für Rückschläge

Die Unsicherheit über den künftigen Kurs der Fiskalpolitik in vielen Industrieländern trüben laut jüngster Lagebeurteilung der Nationalbank (SNB) das Konsum- und Investitionsklima und bergen Risiken für das Wachstum. Somit blieben die globale Konjunkturlage und die Stimmung an den Finanzmärkten verletzlich.

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Angesichts der ersten Monate 2013 bestehe aber die Hoffnung, dass die Weltwirtschaft Tritt fasse, sagte Jordan. Der Frankenkurs habe sich zwar leicht abgeschwächt. Die Schweizer Währung bleibe aber nach wie vor hoch bewertet. Der Euro-Mindestkurs der SNB von 1,20 Frankens bleibe damit im Moment die richtige Geldpolitik.

«Franken überbewertet»

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund pocht allerdings weiterhin auf eine Erhöhung des Mindestkurses. «Der Franken ist weiterhin stark überbewertet. Die Konjunkturaussichten sind unsicher und die Arbeitslosigkeit steigt. Die SNB muss deshalb alles unternehmen damit sich der Franken abwertet», sagte SGB-Chefökonom Daniel Lampart .

(se/sda/awp)