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Ölflut
Tiefer Ölpreis: Katar muss Benzinpreis anheben

Katar leidet unter dem Ölpreisverfall, in der Haushaltskasse klafft ein riesiges Loch. Nun muss das Emirat den Benzinpreis anheben – eine Massnahme, zu der auch andere Golfstaaten greifen mussten.

Veröffentlicht am 15.01.2016

Katar die Benzinpreise im eigenen Land angehoben - als Reaktion auf den anhaltenden Ölpreisverfall. Das arabische Emirat folgt damit anderen Golfstaaten, die vorher zu dieser Massnahme gegriffen hatten.

Ein Liter Benzin koste seit Freitag je nach Sorte zwischen 30 und 35 Prozent mehr, wie die staatliche Qatar News Agency meldete. Für einen Liter Super müssen Autofahrer in Katar demnach jetzt umgerechnet etwa 0,33 Eurocent bezahlen.

Ölpreis killt Al-Dschasira USA

Dank seiner grossen Öl- und Gasreserven hat Katar das weltweit höchste Pro-Kopf-Einkommen. Dem Emirat macht aber der massive Rückgang des Ölpreises zu schaffen.

In dieser Woche war bereits bekanntgeworden, dass Katar den US-Ableger des arabischen Nachrichtensenders Al-Dschasira Ende April einstellt. Der Sender begründete den Schritt mit der wirtschaftlichen Situation in der Medienlandschaft.

Löcher überall

Der Ölpreisverfall hinterlässt Löcher überall, nicht nur in den Kassen der ölreichen Regionen im Nahen und Mittleren Osten. Auch das nicht-Opec-Land Russland leidet – sehr stark sogar. «Die dramatische Bewegung des Ölpreises, die wir in den vergangenen Wochen beobachtet haben, stellt ein ernsthaftes Risiko für die Einhaltung des Etats dar», warnte Regierungschef Dmitri Medwedew in Moskau.

Der stetige Preisfall in den vergangenen anderthalb Jahren hat eine schwere Wirtschaftskrise in Russland ausgelöst. Der Wechselkurs des Rubels zum Dollar und Euro ist eingebrochen, die Inflation im Land gestiegen. Wegen der Krise wies Medwedew die Ministerien nach Agenturberichten an, Ausgabenkürzungen vorzubereiten.

(sda/ise/chb)

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