Trotz eingetrübter Wirtschaftsaussichten lehnt China kostspielige neue Konjunkturprogramme ab. Die Regierung machte am Wochenende deutlich, dass sie wegen einzelner Daten nicht zu einem dramatischen Kurswechsel in der Finanz- und Geldpolitik bereit ist.

Die Volksrepublik könne nicht immer nur auf umfangreiche staatliche Investitionen in die Infrastruktur setzen, erklärte Finanzminister Lou Jiwei laut der Zentralbank. Die Wirtschaftshilfen während der internationalen Finanzkrise hätten zwar das Wachstum angetrieben, aber auch Probleme mit sich gebracht.

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Überproduktion und Umweltschäden

Dazu gehörten Überproduktion, Umweltschäden und ein Schuldenanstieg in den Kommunen. Lou äusserte sich beim Ministertreffen der G20-Staatengruppe in Australien.

Auch in der Geldpolitik soll es keine grossen Sprünge geben. Ministerpräsident Li Kequiang mahnte nach amtlichen Angaben vor dem Staatsrat umsichtige Schritte an, um in einer komplexen wirtschaftlichen Situation die Markterwartungen zu stabilisieren.

Gezielte Lockerungen

Die Volksrepublik habe es im vergangenen Jahr vermieden, die Wirtschaft mit massiven Staatsanleihenkäufen zu stimulieren, und werde auch weiter auf gezielte Lockerungen setzen.

Nach einer Reihe enttäuschender Daten haben zuletzt viele Ökonomen ihre Konjunkturprognosen für die weltweit zweitgrösste Volkswirtschaft reduziert. Unter anderem wuchs die Industrieproduktion im August so langsam wie seit fast sechs Jahren nicht mehr.

(sda/gku)