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Kontroverse
Trump vermutet iranische Milliarden in der Schweiz

Donald Trump sorgt mit seinen Aussagen im «Bild»-Interview erneut für Aufruhr. In dem Gespräch macht der künftige US-Präsident auch eine brisante Bemerkung zur Schweiz.

Von Marc Bürgi
am 16.01.2017

Heftige Reaktionen hat das Interview ausgelöst, das Donald Trump mit der deutschen Zeitung «Bild» und der britischen «Times» geführt hat. Besonders in Deutschland: Der künftige US-Präsident kritisierte unter anderem die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel hart.

Im Gespräch machte Trump aber auch eine Aussage zur Schweiz – und die wird hierzulande für Stirnrunzeln sorgen. Er vermute, dass Iran Geld auf Schweizer Bankkonten habe, sagte Trump. Der Fast-Präsident bezog sich dabei auf die 1,7 Milliarden Dollar, welche die USA letztes Jahr an den Iran gezahlt hatten.

«Einer der dümmsten Abkommen»

Offiziell überwiesen die USA die Summe als Entschädigung für ein geplatztes Waffengeschäft aus dem Jahr 1979. Wahrscheinlich zahlte Washington das Geld aber, um dem Atomabkommen zum Durchbruch zu verhelfen.

«Ich glaube dieses Geld ist auf Schweizer Bankkonten», sagte Trump. Der Iran benötige diese 1,7 Milliarden Dollar nicht, «sie haben dieses Geld genommen und für sich behalten». Das Atomabkommen sei «eines der dümmsten Abkommen, die ich je gesehen habe».

Der Steuerstreit ist noch nicht vorbei

Trumps Bemerkung dürfte den Schweizer Banken nicht gefallen – der neue US-Präsident scheint kein positives Bild vom Schweizer Finanzplatz zu haben. Kommt hinzu, dass der Steuerstreit mit den USA noch nicht ganz ausgestanden ist: Fast ein halbes Dutzend vom US-Justizdepartement angeklagte Institute warten immer noch auf eine Lösung, um den Steuerstreit zu beenden, darunter die Zürcher Kantonalbank.

Womöglich gibt es in Bezug auf die 1,7-Milliarden-Dollar-Zahlung tatsächlich einen Schweizer Aspekt: Denn gemäss eines Berichts des «Wall Street Journal» hat die Schweizerische Nationalbank gemeinsam mit der holländischen Notenbank geholfen, das Geld an den Iran zu überweisen.

Cargoflug ab Genf

Weil die US-Regierung wegen eines Gesetzes keine Dollar in den Iran transferieren darf, habe die SNB im Auftrag von Washington Dollar in Franken gewechselt. Und das WSJ will auch wissen, wie der Iran das Geld bekommen hat: Die Notenbündel seien in drei Ladungen von Europa in den Mittleren Osten geflogen worden – mindestens einmal habe Genf dabei als Startflughafen gedient.  

Vermutlich hat Trump diesen Artikel des WSJ nicht gelesen: Denn im Interview stellte er sich die Frage, wie das Geld in den Iran gelangte: «Es ist wirklich eine Menge. Und 1,7 Milliarden in bar? Das sind Flugzeugladungen. Ach was, ein Flugzeug? Viele Flugzeuge. Bumm.»

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