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Anstieg
Türkische Inflation auf Acht-Jahres-Hoch

Istanbul: Besonders stark verteuerten sich Lebensmittel, Alkohol und Verkehrskosten. Keystone

In der Türkei ist die Inflation im März wegen der Lira-Schwäche auf über 11 Prozent angestiegen. Besonders stark betroffen waren Lebensmittel. Die Regierung kündigt Gegenmassnahmen an.

Veröffentlicht am 03.04.2017

Die türkischen Verbraucher bezahlen die Abwertung ihrer Landeswährung Lira mit deutlichen Kaufkraftverlusten. Die Inflationsrate in der Türkei kletterte im März mit 11,29 Prozent auf den höchsten Stand seit Oktober 2008, wie aus amtlichen Daten am Montag hervorging. Bei Lebensmitteln, Alkohol und Verkehrskosten lag der Anstieg jeweils im zweistelligen Prozentbereich.

Ursache für den Preisanstieg ist die chronische Schwäche der Lira. Anleger haben aus Sorge wegen des politischen Kurses das Vertrauen in die Währung verloren, die binnen eines Jahres um rund 30 Prozent zum Dollar abgewertet hat. Das verteuert die Importe des rohstoffarmen Landes. Auch der Kurs der Zentralbank – die eigentlich ihre Leitzinsen wegen der hohen Inflation deutlich anheben müsste – sorgt für wenig Vertrauen bei Anlegern. Sie steht unter dem Verdacht politischer Einflussnahme, seit sich Präsident Recep Tayyip Erdogan als «Feind» von Zinsen bezeichnet und die Kreditkosten in der Türkei als zu hoch bezeichnet hat.

Regierung plant Gegenmassnahmen

Erdogans Berater Bülent Gedikli bezeichnete die hohe Inflation auf dem Kurznachrichtendienst Twitter als vorübergehend. Ab dem zweiten Quartal würden Gegenmassnahmen der Regierung Wirkung zeigen. Welche das konkret sein sollen, liess er offen. Für Erdogan kommen die kräftig steigenden Preise ungelegen, schüren sie doch Unzufriedenheit in der Bevölkerung. Erdogan will bei einem Referendum am 16. April eine Verfassungsänderung durchsetzen, die ihm mehr Macht geben würde.

(reuters/jfr/mbü)

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