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Exzess
UBS-Experte: Zinsdoping beflügelt den Häusermarkt

Die Immobilienmärkte in den Weltstädten spielen verrückt: In vielen Metropolen sind die Preise für Wohnungen massiv gestiegen. Zürich und Genf zählen auch dazu – doch anderswo ist der Trend extremer.

Von Lisa Burth und Marc Bürgi
am 27.09.2016

Für Grossstädter rund um den Globus wird es zunehmend schwierig, sich eine eigene Wohnung zu kaufen. Denn die Apartments in vielen Metropolen haben sich in den letzten Jahren stark verteuert, wie eine Studie der UBS zeigt: In dreizehn von achtzehn untersuchten Städten sind die Preise überbewertet, in vier davon erkennen die UBS-Experten sogar eine Preisblase (Hier sehen Sie die Einschätzung zu den einzelnen Städten).

Auch in Zürich und Genf kosten Wohnungen übermässig viel. Verglichen mit den meisten anderen Grossstädten sind die Preise in den Schweizer Zentren aber moderat.


Deshalb sind Wohnungen in Zürich und Genf laut UBS-Experte Matthias Holzhey vergleichsweise erschwinglich:

 

Zürich bietet noch einen weiteren Vorteil: Die Limmatstadt hat von allen achtzehn untersuchten Grossstädten die tiefsten Mieten für Durchschnittsverdiener. Dabei jammern die Zürcher gerne über den hart umkämpften Mietmarkt.

Warum Mieter in der Stadt Zürich dennoch König sind:

 

In Zürich und Genf ist im Gegensatz zu den meisten anderen Regionen der Schweiz Mieten günstiger als Kaufen.

Aus diesem Grund ist Mieten in der Stadt günstiger als Kaufen:

 

Eine Zürcher oder Genfer Wohnung ist heute im Schnitt über 50 Prozent teurer als noch vor 15 Jahren. In den letzten paar Jahren haben sich die beiden Immobilienmärkte aber unterschiedlich entwickelt: In Genf sind die Preise zuletzt gesunken – in Zürich haben sie leicht zugelegt.

Aus diesen Gründen hat Zürich Genf beim Preisniveau abgehängt:

 

Der Immobilienboom hat je nach Grossstadt unterschiedliche Gründe. Ein Faktor spielt aber überall eine Rolle: die expansive Geldpolitik der Nationalbanken. «Das Zinsdoping ist einer der treibenden Elemente für die Immobilienblase», sagt UBS-Ökonom Matthias Holzhey.

Aus diesem Grund rechnen die Experten auf längere Sicht auch mit sinkenden Immobilienpreisen in den meisten Weltstädten – schliesslich dürften die grossen Notenbanken früher oder später die Zinsen wieder anheben. «Sie müssen damit rechnen, dass die Preise in zehn Jahren tiefer liegen als heute», so Holzhey.

So schätzt Holzhey die weitere Entwicklung in Genf und Zürich ein:

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