Der UBS-Konsumindikator ist im Mai um 0,11 auf 1,35 Indexpunkte gestiegen. Allerdings wurde der Vormonatswert auf 1,24 von 1,47 Punkten nach unten revidiert, so dass die Verbesserung im Mai auf deutlich tieferem Niveau geschah. Grund für die Niveauverschiebung sind die Beschäftigungszahlen des ersten Quartals 2016, die tiefer als erwartet ausgefallen seien, heisst es in einer Mitteilung der Grossbank vom Mittwoch.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

Die Beschäftigung war nämlich zum ersten Mal seit 2010 rückläufig (-0,2 Prozent im Vorjahresvergleich). Ausschlaggebend war die geringere Beschäftigung in der Industrie, während sie im Dienstleistungssektor leicht höher ausfiel.

Verlangsamtes Wachstum erwartet

Positive Signale hinterliess hingegen der Privatkonsum, der im ersten Quartal annualisiert um 2,8 Prozent zulegte. Damit sei er deutlich stärker gewachsen als im Vorquartal und habe das Schweizer Wirtschaftswachstum gestützt, heisst es dazu.

Die Bank relativiert allerdings: auch wenn der private Konsum im weiteren Jahresverlauf ein tragender Pfeiler des Schweizer Wachstums bleiben dürfte, werde er kaum derart stark wachsen wie im ersten Quartal. Die verhaltene Beschäftigungsentwicklung, die abnehmende Zuwanderung sowie die (vom Seco erhobene) eher pessimistische Konsumentenstimmung würden somit wohl eine dynamischere Entwicklung verhindern, so die UBS-Ökonomen.

Vorausschauender Index

Der UBS-Konsumindikator soll mit einem Vorlauf von ein bis drei Monaten auf die offiziellen Zahlen die Entwicklung des Privatkonsums in der Schweiz anzeigen. Dieser ist mit einem Anteil von gut 50 Prozent die mit Abstand wichtigste Komponente des Schweizer Bruttoinlandprodukts.

Berechnet wird der Index aus folgenden sechs konsumnahen Grössen: Immatrikulationen von neuen Personenwagen, Geschäftslage im Detailhandel, Anzahl Hotelübernachtungen von Inländern in der Schweiz, Konsumentenstimmungsindex, Beschäftigungsentwicklung sowie Kreditkartenumsätze, die über UBS an inländischen Verkaufspunkten abgewickelt werden.

(awp/jfr/ama)