Der Schweizer Aussenhandel zeigte sich im Juni 2013 in beiden Verkehrsrichtungen rückläufig, teilte die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) mit. So sanken die Exporte im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat um 1,2 Prozent (real: -5,5 Prozent) auf 16,71 Milliarden Franken, die Importe gingen gar um 4,8 Prozent (real: -6,5 Prozent) auf 13,98 Milliarden zurück. Arbeitstagbereinigt allerdings stiegen die Exporte nominal um 3,3, während die Importe um 0,4 Prozent zurückgingen. Der Aussenhandelssaldo im Juni erreichte mit 2,73 Milliarden Franken einen hohen Wert.

Die Exportgüter verteuerten sich unter Ausschluss der Pharmasparte um 1,1 Prozent, die Preise der importierten Waren um 2,1 Prozent.

Stagnation im ersten Halbjahr

Im Halbjahreszeitraum von Januar bis Juni stagnierten sowohl die Exporte wie auch die Importe. Für einen Lichtblick sorgte den Angaben zufolge der Aussenhandel mit Nordamerika. Die Exporte stiegen um 0,4 Prozent auf 100,3 Milliarden Franken (real -4,9 Prozent), die Importe gingen um 0,6 Prozent auf 87,9 Milliarden zurück (real -2,9 Prozent). Die Handelsbilanz wies einen neuerlichen Rekordüberschuss von 12,3 Milliarden Franken auf.

Laut EZV verzeichnete die Hälfte der zehn Exportbranchen ein Exportplus. Mit +9,6 Prozent sei die Zunahme der Nahrungs- und Genussmittel besonders ausgeprägt gewesen. Die Chemisch-Pharmazeutische Industrie führte im ersten Halbjahr 3,9 Prozent mehr aus, die Uhrenindustrie 0,8 Prozent mehr. Schwächere Resultate mussten insbesondere die Papier- und Grafische Industrie (-4,6 Prozent) sowie die Maschinen- und Elektronikindustrie (-4,2 Prozent) hinnehmen.

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Starkes Plus nach Nord- und Lateinamerika

Im ersten Halbjahr glich das Plus von 6 Prozent bei den Exporten nach Nord- und Lateinamerika die schwächelnden Ausfuhren in die übrigen Erdteile aus, so die Mitteilung weiter. Im Fall von Nordamerika konnten 13 Prozent mehr Güter nach Kanada und 5 Prozent mehr in die USA gesendet werden. Das Exportplus nach Lateinamerika wurde insbesondere von Argentinien (+36 Prozent) getragen.

Nach Ozeanien (Australien: -1 Prozent), Asien und Europa wurden jeweils 1 Prozent weniger Güter exportiert. Bei den Ländern Asiens litten insbesondere die Ausfuhren nach Indien (-12 Prozent), Hongkong (-9 Prozent) und Japan (-8 Prozent). Umgekehrt ist die Exportlage nach Südkorea (+10 Prozent) und Singapur (+9 Prozent). Die Exporte nach China nahmen um 2 Prozent zu.

Innerhalb von Europa (EU: -1 Prozent) waren Schweizer Produkte in Ungarn (-25 Prozent) und Schweden (-10 Prozent) weniger gefragt, besonders stark ins Gewicht falle aber das Minus von 6 Prozent bei Deutschland (ohne Strom: +2 Prozent). Erfreulicher seien indes die Halbjahresresultate bei Irland (+31 Prozent), den Niederlanden (+11 Prozent), Belgien (+10 Prozent) und Italien (+7 Prozent). Die Lieferungen nach Afrika stagnierten.

(chb/aho/awp)