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US-Ausblick versetzt Märkte in Alarmbereitschaft

Die US-Regierung weist die Zweifel von S&P zurück. (Bild: Keystone)

Händler in aller Welt sind aufgeschreckt: Die Ratingagentur S&P hat den Ausblick für die Kreditwürdigkeit der USA gesenkt. Die Nachricht drückte auch die asiatischen Börsen ins Minus.

Veröffentlicht am 19.04.2011

Die wegen der Schuldenkrise in Griechenland ohnehin schon vorsichtigen Märkte wurden durch die Warnung von Standard & Poors (S&P) für die USA zusätzlich verunsichert. Nachdem schon die Europäischen Börsen nach der Meldung massiv im Minus geschlossen hatten und der Dow Jones bei Wall-Street-Schluss einen Einbruch hatte verkraften müssen, schlossen auch die asiatischen Börsen mit Abschlägen.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index beendete den Handel 1,21 Prozent niedriger bei 9441 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 1,05 Prozent auf 827 Zähler. Auch die Börsen in Taiwan und Hongkong sowie die Märkte in Singapur und Südkorea lagen im Minus. Die US-Börsen hatten am Vortag mit Abschlägen von mehr als einem Prozent geschlossen.

Die Analysten der von S&P gaben einen bisher undenkbaren Warnschuss ab: Sie senkten den Ausblick für die Bewertung der US-Kreditwürdigkeit von stabil auf negativ. Damit droht in den kommenden zwei Jahren eine Herabstufung - laut Mitteilung mit einer Wahrscheinlichkeit von 33 Prozent. Die Kreditwächter begründeten dies mit der Gefahr, dass sich die Politiker in Washington nicht auf einen Kurs zur Reduzierung des ausufernden Schuldenberges einigen können.

Die US-Regierung unterdessen hat die Zweifel von S&P an der Kreditwürdigkeit der Vereinigten Staaten zurückgewiesen. Die negative Einschätzung der Agentur "unterschätzt die Fähigkeit der politischen Führer Amerikas, zusammenzukommen, um die schwierigen fiskalischen Herausforderungen anzugehen, denen die Nation gegenübersteht", hiess es aus dem Finanzministerium. Präsident Barack Obama habe einen Weg im Kampf gegen die Staatsschulden aufgezeigt und die US-Wirtschaft werde nach der schweren Krise stärker. "Beide politischen Parteien stimmen überein, dass es Zeit ist, das Defizit im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung zu verringern."

(laf/cms/awp/sda)

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