Die US-Firmen haben im Juni so viele Stellen geschaffen wie seit Ende 2012 nicht mehr. Die Zahl stieg um 281'000, wie der private Arbeitsvermittler ADP am Mittwoch auf Basis seiner monatlichen Umfrage mitteilte. Ökonomen hatten nur ein Plus von 200'000 erwartet.

«Das unterstreicht die fortschreitende Erholung des US-Arbeitsmarktes», sagte Helaba-Analyst Johannes Jander. Im Mai waren laut ADP rund 179'000 neue Arbeitsplätze entstanden. Der Arbeitsmarktbericht der Regierung, der auch Daten der öffentlichen Hand umfasst, wird am Donnerstag erwartet. Ökonomen sagen hier für Juni einen Beschäftigungsanstieg um 212'000 voraus.

Frühjahrsbelebung brachte Wende

Die Erholung am Arbeitsmarkt war um die Jahreswende wegen des ungewöhnlich kalten Winters ins Stocken geraten. Dank der Frühjahrsbelebung entstehen nun aber wieder mehr Jobs. Experten zufolge müssen Monat für Monat rund eine Viertel Million Stellen geschaffen werden, damit der US-Arbeitsmarkt richtig in Schwung kommt.

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Die US-Notenbank (Fed) blickt in ihrer Geldpolitik sehr genau auf die Beschäftigung. Die Märkte rechnen derzeit damit, dass die Fed ihren Leitzins von derzeit null bis 0,25 Prozent erst Mitte nächsten Jahres anheben wird.

Wann wird der Leitzins erhöht?

Sollte es am Arbeitsmarkt weiter spürbar bergauf gehen, könnte es schon früher dazu kommen, sagte BayernLB-Expertin Christiane von Berg. Helaba-Kollege Jander ergänzte, die ADP-Zahlen stärkten tendenziell die Erwartungen höherer Zinsen. Die Daten gaben auch dem Dollar Auftrieb.

Neue Jobs schufen vor allem bei kleineren Firmen mit weniger als 50 Beschäftigten: Hier entstanden 117'000 neue Arbeitsplätze. Im Dienstleistungssektor kamen 230'000 Stellen hinzu, in der Industrie nur 51'000. Für Zuversicht sorge das Plus von 36'000 Jobs in der Baubranche, sagte ADP-Chef Carlos Rodriguez. «Dies ist der höchste Wert seit Februar 2006.»

(sda/gku/vst)