Kurz nach dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump hat die amerikanische Notenbank Fed erstmals in diesem Jahr die Zinsen angehoben – und will bald nachlegen. Mit 0,75 bis 1,0 Prozent liegt der Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld nun auf dem Niveau von Herbst 2008, als die weltweite Finanzkrise gerade eskalierte.

Die Fed reagiert mit ihrer jetzigen Zinspolitik auf die mittlerweile rund laufende US-Konjunktur und einen weitgehend leer gefegten Arbeitsmarkt. Laut Fed-Chefin Janet Yellen birgt ein zu zögerlicher Kurs grosse Risiken: «Das würde später schnellere Schritte nötig machen, wobei die USA in die Rezession stürzen könnten.» Die Währungshüter wollen aber angesichts der auf noch mehr Wachstum ausgerichteten Wirtschaftspläne Trumps auch keine Überhitzung der Konjunktur riskieren: Nach jeweils nur einem Schritt in den beiden Vorjahren sollen 2017 noch zwei weitere folgen. Viele Börsianer stellen sich auf Juni und September ein.

Politik ohne Einfluss

Die Fed richtet ihre Geldpolitik an ihrem Auftrag zur Förderung von Vollbeschäftigung und Preisstabilität aus. Das erste Ziel kann sie bei einer Arbeitslosenquote von zuletzt 4,7 Prozent abhaken. Zudem sind die Verbraucherpreise zuletzt so stark gestiegen wie seit rund fünf Jahren nicht mehr.

Yellen wies vor der Presse «Spekulationen» zurück, dass sie mit Blick auf die Wirtschaftspläne des seit dem 20. Januar amtierenden US-Präsidenten die geldpolitische Gangart quasi vorsorglich verschärfe: «Wir haben nicht über politische Veränderungen gesprochen. Wir haben noch viel Zeit, um zu sehen, was da kommt.» Trump will die Konjunktur durch radikale Steuersenkungen und Billionen-Investitionen noch stärker auf Trab bringen. Yellen sagte, sie habe Trump bisher nur flüchtig getroffen. Sie setze zugleich auf eine enge Arbeitsbeziehung zu Finanzminister Steven Mnuchin.

Trump wittert Absprache

Die zurückhaltende Geldpolitik der vergangenen Jahre war Trump ein Dorn im Auge, da er dahinter eine Absprache Yellens mit seinem demokratischen Amtsvorgänger Barack Obama vermutete: Damit sollte laut Trump eine Preisblase an den Börsen zu Obamas Regierungszeit verhindert werden.

Die Fed hatte ihre zögerliche Politik der Vorjahre ihrerseits mit Störfeuer von aussen begründet: Erst kam ein Börsenbeben in China dazwischen, dann das Anti-EU-Referendum in Grossbritannien. Nun kann die US-Notenbank die Zügel aber anziehen und die Konjunktur liefert ihr gute Argumente dafür: In den USA ist der Aufschwung bereits viel kräftiger als in Europa oder Japan, wo weiter eine ultra-lockere Geldpolitik betrieben wird.

(reuters/ise/mbü)

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