Nach den zuletzt unerwartet starken amerikanischen Arbeitsmarktdaten hat sich der US-Notenbanker John Williams für eine Zins-Anhebung ausgesprochen. Aus seiner Sicht werde demnächst in den USA Vollbeschäftigung erreicht sein und die Inflation werde sich in Richtung des gewünschten Wertes von zwei Prozent entwickeln, sagte der Chef der Notenbank von San Francisco am Samstag laut Redetext. «Daher macht es Sinn, damit zu beginnen, uns schrittweise aus diesem ausserordentlichen Stimulus (der ultra-niedrigen Zinsen) zurückzuziehen.»

Die US-Notenbank versorgt die Wirtschaft seit nun schon fast zehn Jahren mit einem Zinssatz nahe Null mit billigem Geld. Fed-Chefin Janet Yellen hat zwar seit längerem eine schrittweise Anhebung der Zinsen in Aussicht gestellt, ist diesen Weg aber bislang noch nicht gegangen. Nach den Arbeitsmarkt-Daten vom vergangenen Freitag gibt es nun aber die Erwartung, dass die Fed auf ihrer Sitzung am 15. und 16. Dezember den Einstieg in die Zinswende beschliessen wird.

Früher Beginn erlaubt sanftes Vorgehen

Williams sagte am Samstag, ein eher früher Beginn bei der Zinsanhebung erlaube der Fed ein sanfteres Vorgehen auf dem Weg zur Normalisierung der Zinspolitik. Zudem gebe es dann mehr Raum für exakte Antworten der Notenbank auf mögliche überraschende Änderungen der wirtschaftlichen Bedingungen. 

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(reuters/dbe)