Ein führender US-Notenbanker hat die EZB wegen der Konjunkturschwäche und Deflationsrisiken in der Euro-Zone zum Handeln aufgefordert. Der geringe Preisauftrieb erfülle ihn mit Sorge, sagte der Chef der Fed-Filiale von St. Louis im Gespräch mit Reuters am Rande der Notenbanker-Konferenz von Jackson Hole. Dies sollte der Europäischen Zentralbank (EZB) als «Warnsignal» dienen. Sie müsse sicherstellen, dass die Märkte auf ihre Fähigkeit vertrauten, mittelfristig stabile Preise zu garantieren.

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Die EZB hatte erst im Juni die Zinsen auf das Rekordtief von 0,15 Prozent gesenkt. Sie erwägt, ein grossangelegtes Programm zum Ankauf von Wertpapieren aufzulegen, falls die Wirtschaft einbrechen und die Gefahr eines Preisverfalls auf breiter Front aufkommen sollte. Die EZB strebt eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an. Denn fallende Preise können die Wirtschaft für viele Jahre lähmen.

Hoffnungen haben sich zerschlagen

Zuletzt stagnierte die Wirtschaft in der Euro-Zone. Die Preise steigen zudem kaum noch. Hoffnungen auf ein Jahr des Aufschwungs in der Euro-Zone, das auch auf die US-Wirtschaft ausstrahlt, haben sich aus Sicht Bullards zerschlagen. Falls Europa erneut in die Rezession stürzen sollte, hätte dies auch schwerwiegende Folgen für die Geldpolitik in den USA, warnte der Geldpolitiker, der dieses Jahr kein Stimmrecht im Zinsausschuss der Federal Reserve (Fed) hat. Er blickt mit Optimismus auf den heimischen Arbeitsmarkt und erwartet, dass die Fed bis März 2015 die Zinsen anheben kann: «Wenn alles nach Plan läuft», fügte er hinzu.

(reuters/dbe/ama)