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Bremse
US-Wirtschaft schwächelte zum Jahresende

«Captain America» an einem Fussballmatch: US-Wirtschaft zum Jahresende abgebremst. Keystone

In den USA geben die Menschen so viel Geld aus wie schon lange nicht mehr. Dennoch kühlte sich die Konjunktur im vierten Quartal deutlich ab.

Veröffentlicht am 27.03.2015

Die US-Wirtschaft hat zum Jahresende 2014 an Schwung verloren. Im vierten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) aufs Jahr gerechnet um 2,2 Prozent zu, wie das Handelsministerium am Freitag in Washington in seiner dritten und letzten Schätzung mitteilte.

Damit wurde die zweite Schätzung von Ende Februar bestätigt. In der ersten Schätzung war das Ministerium noch von 2,6 Prozent ausgegangen.

«Es gibt noch viel zu tun»

Die Konsumausgaben, die mehr als zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der USA ausmachen, wuchsen im vierten Quartal zwar um 4,4 Prozent und damit so stark wie seit acht Jahren nicht mehr.

Trotz dieses Trends drohe der weltgrössten Volkswirtschaft wegen schwachen Wachstums im Ausland sowie anhaltender Folgen des Winters Gegenwind, teilte Präsident Barack Obamas Chefökonom Jason Furman mit. «Es gibt noch viel zu tun, um sicherzustellen, dass der unterschwellig starke Erholungstrend gehalten und über eine breite Masse von Haushalten verteilt wird», hiess es aus dem Weissen Haus.

Zinswende könnte später als erwartet folgen

Im Vergleich zu den Herbst-Zahlen schwächelte die Rate für den Zeitraum für Oktober, November und Dezember deutlich: Im dritten Quartal 2014 war die Wirtschaft der USA um 5 Prozent gewachsen und um 4,6 Prozent im zweiten Quartal. Über das gesamte Jahr betrug das Plus wie bereits zuvor geschätzt 2,4 Prozent.

Die leicht abgekühlte Konjunktur und die niedrige Inflation könnten die US-Notenbank Federal Reserve dazu bewegen, ihre erste Leitzinserhöhung seit rund neun Jahren etwas hinauszuzögern. Allgemein wird im Verlauf des Jahres mit der Zinswende gerechnet, frühestens aber im Juni.

Europa rechnet anders als die USA

Wachstumszahlen werden in den USA aufs Jahr hochgerechnet. Sie geben an, wie stark die Wirtschaft wachsen würde, wenn das Tempo ein Jahr lang gehalten würde. In Europa wird auf diese Annualisierung verzichtet, weswegen die Wachstumsraten geringer und nicht unmittelbar mit amerikanischen Zahlen vergleichbar sind.

(awp/dbe/gku)

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