Die US-Wirtschaft ist im Frühjahr stärker gewachsen als bisher angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt legte von April bis Juni aufs Jahr hochgerechnet um 3,7 Prozent zum Vorquartal zu, wie das Handelsministerium in einer zweiten Schätzung mitteilte. «Die Zahlen machen deutlich, dass das Wachstumsszenario in den USA intakt ist», sagte Helaba-Analyst Ralf Umlauf.

Von Reuters befragte Experten hatten nur einen Anstieg von 3,2 Prozent erwartet. Bisher war lediglich ein Plus von 2,3 Prozent gemeldet worden. Der Konsum, der mehr als zwei Drittel der US-Wirtschaft ausmacht, stieg mit 3,1 Prozent stärker als zunächst angenommen. Für Impulse sorgten auch die Investitionen der Firmen, die um 3,2 Prozent zulegten, und der Aussenhandel, da die Exporte stärker anzogen als die Importe.

Auch Arbeitsmarkt erholt sich weiter

Zudem ist die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend stark zurückgegangen. Die Zahl der Anträge sei in der vergangenen Woche um 6000 auf 271 000 gefallen, teilte das Arbeitsministerium in Washington mit. Bankvolkswirte hatten lediglich mit einem Rückgang auf 274 000 Anträge gerechnet.

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Der Wert der vorletzten Woche wurde nicht revidiert und lag bei 277'000. Im aussagekräftigeren Vierwochenschnitt stiegen die Erstanträge in der vergangenen Woche um 1000 auf 272 500.

Frage um Zeitpunkt der Zinswende

Die Konjunkturdaten dürften der US-Notenbank Fed als Entscheidungshilfe dabei dienen, ob sie den Leitzins bereits im September anheben kann oder noch bis zum Jahresende wartet. Zuletzt hatten Fachleute wegen der heftigen Börsen-Turbulenzen in China die Frage aufgeworfen, ob die Fed überhaupt zügig die Zinswende einläuten kann. Diese im nächsten Monat zu starten, «scheint für mich weniger zwingend zu sein als noch vor ein paar Wochen,» sagte etwa der Präsident der Fed von New York, William Dudley, am Mittwoch. .

(reuters/dbe/ama)