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Aufwärtstrend
USA sind auf Wachstumskurs

US-Tellerfabrik: Das amerikanische BIP ist im Frühjahr um 2,3 Prozent gewachsen. Bloomberg

In den USA nimmt die Wirtschaft Fahrt auf: Vor allem weil die Amerikaner sich wieder mehr leisten, wuchs die Wirtschaft im Frühjahr kräftig. Und das Wachstum zu Jahresbeginn war besser als gedacht.

Veröffentlicht am 30.07.2015

Die Wirtschaft der USA ist im zweiten Quartal nach einem schwachen Jahresstart wieder stärker gewachsen. Nach Regierungszahlen vom Donnerstag stieg das Bruttoinlandprodukt (BIP) von April bis Juni auf das Jahr hochgerechnet um 2,3 Prozent.

Bankökonomen hatten zwar mit einem etwas stärkeren Wachstum um 2,5 Prozent gerechnet. Allerdings fiel die Entwicklung im ersten Quartal besser aus als bisher gedacht: Anstatt einer ursprünglich ermittelten Schrumpfung um 0,2 Prozent ergibt sich nach revidierten Zahlen ein Zuwachs um annualisiert 0,6 Prozent.

Amerikaner konsumieren kräftig

Angeschoben wurde das Wachstum im zweiten Quartal vor allem durch den privaten Konsum, der um 2,9 Prozent stieg. Auch die Bauausgaben und der Aussenhandel beflügelten das Gesamtwachstum. Die Investitionen der Unternehmen fielen dagegen enttäuschend aus, sie gingen um 0,6 Prozent zurück. Auch die Lagerbestände der Unternehmen belasteten die Entwicklung.

Für Überraschung sorgte ein deutlicher Preisschub: Die Kernrate des von der US-Notenbank bevorzugten Preisindex PCE stieg im zweiten Quartal um 1,8 Prozent. Das liegt nahe am mittelfristigen Zielwert der Fed von zwei Prozent. Die schwache Inflation galt Experten bisher als wichtiger Grund, warum die Fed mit einer ersten Zinsanhebung nach der Wirtschaftskrise zögert. Im ersten Quartal hatte die PCE-Kernrate noch deutlich tiefer bei 1,0 Prozent gelegen.

Börse reagiert verhalten

An den Finanzmärkten hielt sich die Reaktion dennoch in Grenzen: Der Dollar legte zu anderen Währungen allenfalls moderat zu. Am US-Anleihemarkt stiegen die Renditen zunächst an, fielen dann aber zurück. Die Reaktion an den Börsen war leicht positiv.

Wachstumszahlen werden in den USA auf ein Jahr hochgerechnet. Sie geben an, wie stark die Wirtschaft wachsen würde, wenn das Tempo ein Jahr lang gehalten würde. In Europa wird auf diese Annualisierung verzichtet. Die Wachstumsraten sind deshalb geringer und nicht unmittelbar mit amerikanischen Zahlen vergleichbar. Nach europäischen Standards entspricht das aktuelle US-Wachstum einem Quartalswachstum von gut 0,5 Prozent

(awp/mbü/ama)

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