1. Home
  2. Konjunktur
  3. USA überrascht mit hohem Beschäftigungsaufbau

Jobs
USA überrascht mit hohem Beschäftigungsaufbau

USA: Mehr Jobs, aber auch höhere Arbeitslosenquote. Keystone

Experten hatten nur mit 175'000 neuen Stellen gerechnet, die getrennt erhobene Arbeitslosenquote steigt allerdings. Die Märkte rechnen wegen Brexit-Folgen nicht mit einer Zinserhöhung.

Veröffentlicht am 08.07.2016

In den USA wurden im Juni nach kurzer Durststrecke überraschend viele Stellen geschaffen. Es entstanden insgesamt 287'000 neue Jobs, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington bekanntgab. Von Reuters befragte Volkswirte hatten lediglich mit 175'000 gerechnet. Die getrennt erhobene Arbeitslosenquote stieg jedoch leicht auf 4,9 Prozent.

Nach zwei enttäuschend ausgefallenen Monaten am Jobmarkt dürften die jetzt insgesamt guten Zahlen Erleichterung bei der amerikanischen Notenbank Fed auslösen, die Vollbeschäftigung anstrebt. Angesichts der weltweiten Turbulenzen an den Finanzmärkten nach dem EU-Austrittsvotum der Briten hat es die Fed allerdings nicht eilig mit einer weiteren Zinserhöhung.

Dax freuts

Am Börsenplatz Frankfurt sorgten die starken Job-Daten aus Übersee für Erleichterung: Der Dax weitete seine Kursgewinne aus. Der Euro ging dagegen auf Talfahrt: Er fiel auf 1,1012 Dollar von zuvor 1,1079 Dollar. «Der US-Arbeitsmarkt befindet sich in einer exzellenten Verfassung», sagte Ökonom Thomas Gitzel von der VP Bank in Vaduz. Nach seiner Meinung wäre die Zeit für eine zweite Zinserhöhung eigentlich reif: «Doch der US-Arbeitsmarktbericht scheidet vorerst als Richtbarometer für die US-Zinspolitik aus.»

Denn die Folgen des britischen Brexit-Votums dürften derzeit im Vordergrund stehen. An den Märkten wird nicht mit einer Anhebung gegen Ende des Monats gerechnet. Auch im Jahresverlauf gelten die Chancen auf eine Straffung der Geldpolitik als eher gering. Der Leitzins liegt seit Dezember 2015 in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent.

Arbeitslosenquote steigt

Die Arbeitslosenquote stieg hingegen überraschend stark an. Die Arbeitslosenquote legte von 4,7 Prozent im Vormonat auf 4,9 Prozent zu. Volkswirte hatten zwar einen Anstieg erwartet, aber nur auf 4,8 Prozent. Verantwortlich für diese Entwicklung war, dass sich mehr Menschen arbeitssuchend gemeldet haben. Ökonomen beschrieben dies jedoch als eine Gegenbewegung zum Vormonat. Im Mai hatte die Quote den tiefsten Stand seit 2007 erreicht.

Stundenlöhne enttäuschend

Eher enttäuschend war auch die Entwicklung der Stundenlöhne. Sie erhöhten sich zum Vormonat um 0,1 Prozent. Ökonomen hatten mit plus 0,2 Prozent gerechnet. Im Mai hatte der Anstieg 0,2 Prozent betragen. Im Jahresvergleich stiegen die Löhne im Juni um 2,6 Prozent und damit ebenfalls 0,1 Prozentpunkte schwächer als erwartet. Im Vormonat hatte der Zuwachs bei 2,5 Prozent gelegen.

(reuters/awp/chb)

Anzeige