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Studie
Vertrauen in die Zugkraft der Wirtschaft steigt

Bühler-Maschine: Die Schweizer glauben an die Zukunft ihrer Industrie. Keystone

Brexit, Frankenschock, MEI: Viele Probleme lasten auf dem Werkplatz Schweiz. Der Glaube an die Schlagkraft der hiesigen Wirtschaft ist aber ungebrochen. Er steigt sogar an.

Veröffentlicht am 18.10.2016

Die Berichterstattung der Schweizer Medien zeichnet ein deutlich positiveres Bild der hiesigen Wirtschaftsentwicklung und schätzt die ökonomische Zukunft des Landes so optimistisch ein wie seit Anfang 2015 nicht mehr. Da Wachstumserwartungen übertroffen wurden, steigt laut dem Reputationsmonitor Wirtschaft der Universität Zürich das öffentliche Vertrauen in die Schweizer Wirtschaft im dritten Quartal das zweitemal in Folge an.

Gegenüber dem Vorquartal habe sich der Reputationsindex der Schweizer Wirtschaft mit +0,9 Indexpunkten auf -5,0 «signifikant verbessert», schreiben das Forschungsinstitut für Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) der Universität Zürich und die Beratungsfirma CommsLAB in einer Mitteilung vom Dienstag. Damit erreicht der Index, der zwischen -100 und +100 variieren kann, den höchsten Wert im laufenden Jahr.

Frankenschock überstanden

Trotz des Brexit-Votums von Ende Juni habe sich die latente Unsicherheit in den Medien bezüglich der wirtschaftlichen Aussichten nicht durchgesetzt, heisst es. Im Rahmen der über Erwarten positiv ausgefallenen konjunkturellen Entwicklung etabliere sich die Ansicht, dass der Frankenschock von Anfang 2015 grösstenteils überstanden und die Schweizer Wirtschaft wieder auf Kurs sei, so die Autoren der Studie.

Trotz des bisherigen Ausbleibens eines Brexit-Schocks sei weiterhin unklar, welche Konsequenzen im Zuge der anstehenden Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative zu befürchten sind. In den Medien dominiere jedenfalls eine insgesamt negative Erwartung bezüglich der wirtschaftlichen Auswirkungen einer MEI-Umsetzung.

Kritik am Negativzins

Zudem habe die SNB zwar in Sachen Negativzinsen zuletzt seitens IWF und Ökonomen wie Paul Krugman Rückendeckung bekommen, aber im Umfeld der unerwartet positiven Wirtschaftsentwicklung auch kritische Stimmen auf den Plan gerufen. Diese äussern sich negativ zur Minuszinspolitik und befürchten im Falle einer längerfristigen Beibehaltung eine umso heftigere Korrektur.

Der quartalsweise publizierte Reputationsmonitor Wirtschaft erhebt fortlaufend die Reputation von Schweizer Wirtschaftssektoren auf der Grundlage einzelner Unternehmen. Insgesamt werden 100 Unternehmen aus 17 Sektoren analysiert.

(awp/ise/me)

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