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Angst
Viele Schweizer stornieren Reisen nach Paris

Die Anschläge in Paris führen zu Stornierungen und Umbuchungen. Dutzende Kunden von Hotelplan, Kuoni und Co. meiden die Stadt der Liebe – des Terrors wegen.

Veröffentlicht am 16.11.2015

Nach den Anschlägen vom Freitagabend haben viele Schweizer die gebuchte Paris-Reise storniert. Ob aus Angst oder weil ihnen ein Paris-Trip nun taktlos erscheint – die Gratis-Annullations-Angebote von Tui Suisse, Hotelplan Suisse und Kuoni wurden rege genutzt.

Kunden aller drei Reiseanbieter konnten ihre Paris-Reisen kostenlos annullieren oder umbuchen. Bei Hotelplan Suisse und Kuoni gilt das Angebot für Personen mit Abreise bis und mit Dienstag. Tui Suisse hat die Frist bis und mit Freitag angesetzt.

Kulante SBB

Auch die SBB, die praktisch stündlich direkte oder indirekte Verbindungen von der Schweiz nach Paris anbieten, zeigen sich kulant: «Bis auf Weiteres können Kunden alle Billette nach Paris zurückgeben und wir erstatten den Kaufpreis zurück», sagte Sprecher Reto Schärli der Nachrichtenagentur sda. Wie viele Personen das bereits getan haben, konnte er nicht sagen.

Bei Tui Suisse haben alle Kunden mit Abreise von Samstag bis Montag ihre Reise umgebucht oder annulliert. Allerdings seien das nicht sehr viele, da derzeit nicht Hauptsaison sei, sagte Sprecher Roland Schmid.

Stornierungen bei Hotelplan

Bei Hotelplan hatten 32 Kunden eine Paris-Reise mit Abreise bis und mit Dienstag geplant. 19 – und damit fast zwei Drittel – haben die Reise storniert oder umgebucht, wie Sprecherin Anja Dobes sagte. Auch bei Kuoni, zu der der Städtereisespezialist Railtour gehört, gab es Annullationen, wie Sprecher Marcel Schlatter sagte. Allerdings nur wenige, da der November für Städtereisen in Europa nicht beliebt sei.

Dennoch weilten auch am letzten Wochenende zahlreiche Schweizer in Paris in den Ferien. Viele reisten vorzeitig ab. Von den Railtour-Kunden trat etwa die Hälfte die Heimreise früher an als geplant, wie Sprecherin Liliane Rotzetter mitteilte.

Verunsicherung

Auch manche Schweizer, die erst in den nächsten Wochen oder Monaten nach Paris reisen wollten, scheinen verunsichert: «Viele Kunden erkundigen sich nach unserer Empfehlung sowie nach den Konditionen einer Annullation oder Umbuchung auf eine andere Destination; teilweise sogar für Abreisen im Januar», teilte Rotzetter von Railtour mit.

Das Aussendepartement (EDA) rät nicht von Reisen nach Paris ab. In der Stadt selbst bemüht man sich, dass alles baldmöglichst wieder normal funktioniert. Viele Museen und Einkaufszentren sind ab Dienstag wieder geöffnet. Das Disneyland soll ab Mittwoch wieder offen sein.

Appell an die Kunden

Man appelliere an die Kunden, sich von den unmenschlichen Taten nicht einschüchtern, zurückbinden und terrorisieren zu lassen, teilte Rotzetter von Railtour mit. Es sei wünschenswert, dass die Besucher in Paris nun nicht ausblieben.

(sda/ise/me)

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