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Nationalbank
Vor der EZB würde die SNB nicht an der Zinsschraube drehen

Wie erwartet belässt die Schweizerische Nationalbank ihre Geldpolitik unverändert.
Wie erwartet belässt die Schweizerische Nationalbank ihre Geldpolitik unverändert. Das dürfte auch bis 2019 so bleiben. Quelle: Keystone

Die Negativzinsen auf Giroguthaben betragen weiterhin 0,75 Prozent. Damit bestätigt die SNB ihre bisherige Politik im Kampf gegen den starken Franken.

Veröffentlicht am 14.12.2017

Die Schweizerische Nationalbank belässt ihre Geldpolitik unverändert: Die Negativzinsen auf Giroguthaben betragen weiterhin 0,75 Prozent. Sie bleibt auch weiterhin bei Bedarf am Devisenmarkt aktiv.

Damit bestätigte die SNB am Donnerstag ihre bisherige «Zwei-Säulen-Politik» im Kampf gegen den starken Franken. Ebenfalls unverändert beliess die Nationalbank die Leitzinsen. Das Zielband für den Drei-Monats-Libor beträgt weiterhin -1,25 bis -0,25 Prozent.

Die Entscheide wurde in dieser Form erwartet. Praktisch alle Experten gingen von einer unveränderten Geldpolitik der SNB aus. Sie erwarten einen Zinsschritt frühestens Ende 2018.

Entspannung bei den Wechselkursen

Mit der deutlichen Abwertung des Frankens in den letzten Monaten hat sich jedoch die Ausgangslage für die Nationalbank verändert. So schreibt die Nationalbank, dass sich die Lage bei den Wechselkursen entspannt hätte. Die Entwicklung sei jedoch fragil. Auch der Franken sei weiterhin hoch bewertet. Darum sei es unverändert notwendig, dass die Nationalbank weiterhin bei Bedarf am Devisenmarkt interveniere.

Seit der letzten Lagebeurteilung von Mitte September hat sich der Franken gegenüber dem Euro von knapp 1,15 Franken auf gegen 1,17 Franken abgeschwächt. Auch zum Dollar hat der Franken seither an Wert verloren.

SND düfte nicht vor 2019 an der Zinsschraube drehen

Die Schweizerische Nationalbank wird noch lange an ihren Negativzinsen festhalten: Nach Ansicht von Ökonomen dürften die Währungshüter erst 2019 an der Zinsschraube drehen.

Die Nationalbank wisse, dass es jetzt noch zu früh sei, Spekulationen über eine Erhöhung der Leitzinsen zu wecken, erklärte Daniel Hartmann von der Bantleon Bank in einem Kommentar laut der Nachrichtenagentur Reuters: «Damit würde die SNB den Abwertungstrend des Schweizer Franken ganz schnell stoppen.»

Die Nationalbank sei mit der aktuellen geldpolitischen Ausrichtung auf Kurs, ihr Inflationsziel zu erreichen. Deshalb gebe es gegenwärtig gar keinen Grund, etwas zu ändern, erklärte Hartmann: «Wir gehen weiterhin davon aus, dass die SNB nicht vor der EZB agiert und somit den Leitzins voraussichtlich erst Mitte 2019 zum ersten Mal um 0,25 Prozentpunkte anhebt auf -0,50 Prozent.»

Kein spürbarer Inflationsanstieg

Ebenfalls erst mit einer Zinserhöhung im Jahr 2019 rechnet Thomas Gitzel von der VP Bank Liechtenstein: Vor der Europäischen Zentralbank (EZB) würden die Schweizer Währungshüter nicht an der Zinsschraube drehen. «Ein spürbarer Inflationsanstieg ist nicht in Aussicht. Die SNB kann deshalb getrost an ihrer Zinspolitik festhalten.»

Zwar habe die Nationalbank die Inflationsprognose für das Jahr 2018 erkennbar von 0,4 Prozent auf 0,7 Prozent angehoben, kommentierte Ökonom Hartmann. Bemerkenswert sei indes, dass die Prognose für 2019 unverändert bei 1,1 Prozent belassen worden sei. «Damit gibt die SNB das klare Signal, gegenwärtig nichts an der Geldpolitik ändern zu wollen», urteilte der Bantleon-Ökonom.

Vorgehen gegen Überbewertung

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) forderte von der SNB erneut, trotz der jüngsten Abschwächung des Frankens stärker gegen die Überbewertung der Schweizer Währung vorzugehen. Mit einem Kurs von 1,17 Franken gegenüber dem Euro sei der Franken nach wie vor stark überbewertet, erklärte SGB-Chefökonom Daniel Lampart.

Die SNB solle den Frankenkurs so rasch als möglich auf ein Niveau bringen, welches der Schweiz nicht schade. Dieses ortet der SGB beim Wert von 1,25 bis 1,35 Franken pro Euro.

(sda/trd)

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