Am Sonntag stimmt die Schweiz über 22 neue Kampfjets vom Typ Gripen ab. Befürworter wie Verteidigungsminister Ueli Maurer drückten in den vergangenen Wochen noch einmal aufs Gas. Im Gegensatz zum Mindestlohn ist das Abstimmungsergebnis beim Gripen sehr ungewiss.

Klar ist jedoch, dass die Schweiz sich bei den jährlichen Militärausgaben im internationalen Vergleich nicht zu verstecken braucht, wie Zahlen des Stockholm International Peace Research Institute (Sipri) zeigen. Demnach gab Bundesbern im vergangenen Jahr umgerechnet rund 5,3 Milliarden Franken fürs Militär aus. Gemessen am Bruttoinlandprodukt sind das demnach rund 0,8 Prozent.

Russen geben am meisten für Militär aus

In Europa steht man damit im Mittelfeld: Die absoluten Ausgaben sind ähnlich hoch wie in Belgien oder in der Ukraine. Deutlich weniger als die Schweizer geben hingegen die Österreicher für ihr Militär aus. Ganz oben im europäischen Vergleich stehen die Russen: Dort wurden 2013 fast 88 Milliarden US-Dollar für Kriegsmaterial ausgegeben. Ebenfalls weit vorn mit 61 Milliarden ist Frankreich. Deutschland investierte dagegen rund 49 Milliarden US-Dollar.

In Europa gehört die Schweiz zu den Ländern, deren Militärausgaben im vergangenen Jahr mit 9 Prozent mit am stärksten gestiegen sind. Nur drei andere Staaten haben ihre Investitionen erhöht. An der Spitze liegt demnach die Ukraine: Dort legten die Militärausgaben zum Vorjahr um 16 Prozent zu.

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