«Die Euro-Zone ist im November mit der höchsten Rate seit Jahresbeginn gewachsen», teilte das IHS-Markit-Institut zu seiner monatlichen Umfrage unter rund 5000 Firmen mit.

Die Neubestellungen legten verstärkt zu, die Auftragsbestände stapelten sich so zügig wie zuletzt im Mai 2011. «Ohne sich grossartig um politische Risiken zu kümmern, haben die Unternehmen wohl einfach einen Gang hoch geschaltet», sagte Markit-Chefökonom Chris Williamson. Die Beschäftigung sei mit einer der höchsten Raten seit fünf Jahren gestiegen.

Zeichen stehen auf Wachstum

Der Markit-Einkaufsmanagerindex, der Industrie und Dienstleister zusammenfasst, stieg um 0,6 auf 53,9 Punkte. Das Barometer signalisiert mit mehr als 50 Zählern weiter Wachstum. Die Daten deuten Williamson zufolge darauf hin, dass das Bruttoinlandprodukt im Euro-Raum im laufenden vierten Quartal um bis zu 0,4 Prozent zulegt.

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Im Sommer waren es plus 0,3 Prozent. In Deutschland fiel der Einkaufsmanagerindex im November um 0,1 auf 55,0 Punkte. Die für die britische Wirtschaft so wichtigen Dienstleister verzeichneten ihr stärkstes Wachstum seit Januar.

Italien als neue Wachstumsbremse?

In Italien, das nach dem Volksentscheid auf unsichere Zeiten zusteuert, gab es konjunkturellen Rückenwind: Der Markit-Index stieg auf 53,3 Punkte und erreichte den höchsten Stand seit Februar.

Die Volksabstimmung entscheide zwar nicht die Zukunft Italiens oder der Euro-Zone, sagte Allianz-Chefökonom Michael Heise. Mittel- bis langfristig könnte sich der anhaltende wirtschaftliche Niedergang Italiens allerdings zu einem Problem für die EU und die Euro-Zone entwickeln.

Wenn die drittgrösste Volkswirtschaft im Euro-Raum nicht in der Lage sei, «Wachstum zu erzeugen und mittelfristig Reformen durchzusetzen, wird irgendwann die Euromitgliedschaft Italiens in Frage gestellt», so Heise.

Positiv überraschten die Detailhändler im Währungsraum. Sie fuhren im Oktober mit 1,1 Prozent das stärkste Umsatzplus seit gut zwei Jahren ein. Zuvor hatte es zwei Rückgänge in Folge gegeben. In Staaten wie Deutschland profitiert die Branche von der Jobsicherheit der Konsumenten, der geringen Inflation und den niedrigen Zinsen.

Die chinesischen Dienstleister beschleunigten derweil ihr Wachstumstempo. Der Einkaufsmanagerindex für die Branche kletterte auf dem höchsten Stand seit Juli 2015. China macht seit einiger Zeit eine Abkühlung der jahrelang boomenden Konjunktur zu schaffen. Zuletzt gab es allerdings vermehrt Signale, dass sich die nach den USA zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt stabilisiert.

(sda/chb)