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Was das Scheitern der Opec für den Ölpreis bedeutet

Pressekonferenz der Opec: Keine Drosselung. Keystone

Das Treffen der Öl-Förderstaaten bringt keine Verknappung des schwarzen Goldes: Nach fünfstündiger Debatte kam keine Einigung zustande. Das dürfte auf den Ölpreis wirken.

Veröffentlicht am 18.04.2016

Die Öl-Förderländer haben sich bei ihrem mit Spannung erwarteten Treffen in Doha nicht auf eine Deckelung der Produktion einigen können. Nach fünfstündiger, teils heftiger Debatte erklärten die Teilnehmer am Sonntag das Scheitern des Vorhabens.

Experten erwarten nun, dass Öl wieder billiger wird – zumal Saudi-Arabien mit einer Ausweitung seiner Förderung droht. Die Aussicht auf eine Kappung hatte den Preis seit Januar um 60 Prozent auf fast 45 Dollar pro Fass (159 Liter) anziehen lassen. Wegen des Überangebots und der mauen Weltkonjunktur war er zuvor seit Mitte 2014 von 115 Dollar auf unter 30 Dollar abgestürzt.

Neue Gespräche im Juni

Katars Ölminister Mohammed al-Sada sagte nach Ende des Treffens in der Hauptstadt Doha, die zur Ölförder-Organisation Opec gehörenden Länder benötigten mehr Zeit für Beratungen. Bei Insidern aus der Ölbranche hiess es, die Diskussionen könnten im Juni wieder aufgenommen werden. Während des Treffens hatte es zwischenzeitlich so ausgesehen, als könne es doch eine Einigung geben. Experten hatten im Vorfeld gesagt, sollte es keinen verbindlichen Deal geben, werde der Kampf um Marktanteile wohl weitergehen.

An dem Treffen hatten 18 Länder teilgenommen, darunter auch Russland, das nicht zur Opec gehört. Teilnehmern zufolge trug vor allem Saudi-Arabien dazu bei, dass es zu keiner Einigung kam. Das Land habe zur Bedingung gemacht, dass alle 13 Opec-Länder ihre Produktion einfrieren müssten – also auch der Iran, der an dem Treffen gar nicht teilnahm. Die Islamische Republik hatte bereits im Vorfeld erklärt, nicht mitzuziehen.

Drosselung einiger Staaten im Februar

Das Land ist gerade dabei, nach Aufhebung der internationalen Wirtschaftssanktionen im Zuge der Atom-Einigung mit dem Westen seine Produktion wieder hochzufahren. Im Februar hatten sich Saudi-Arabien, Venezuela und Katar mit Russland darauf geeinigt, ihre Produktion auf dem Niveau vom Januar einzufrieren, um den Ölpreis zu stützen. Allerdings hatten sie das Mitziehen anderer Staaten zur Bedingung gemacht.

Die Staaten der Organisation erölexportierender Länder (Opec) förderten im März 32,25 Millionen Barrel Öl pro Tag, 15'000 Barrel mehr als im Februar. Das Nicht-Opec-Mitglied Russland, das tief in der Rezession steckt, hat zu Jahresbeginn sogar mit täglich 10,88 Millionen Barrel so viel Öl gepumpt wie seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion nicht mehr.

In Russland machen Energieverkäufe etwa die Hälfte der Staatseinahmen aus. Manchen Förderländern, aber auch Firmen in der Branche, steht das Wasser bis zum Hals. Einer Studie der Unternehmensberatung Deloitte zufolge droht etwa einem Drittel der in dem Sektor tätigen Firmen noch 2016 das Aus.

(reuters/me)

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