Der markante Einbruch des Goldpreises hat viele Anhänger des Edelmetalls komplett verunsichert und wütend zurückgelassen. In den Kommentaren tauchten bisweilen bizarre Verschwörungstheorien auf. In einer Gast-Kolumne der «Financial-Times» hat sich nun der Chef des Anleihe-Fondsriesen Pimco, Mohamed El-Erian, dazu geäussert.

Darin legt El-Erian Wert darauf, dass die Anleger den ganzen medialen Wirbel um Gold überhaupt nicht beachten, sondern die Botschaft des Goldes selbst hören sollten. Und diese laute, dass die Sache für Anleger richtig übel werden könnte, wenn sich die Bewertungen «komplett von den intrinsischen Merkmalen» des zugrunde liegenden Produktes trennten. Das mache diese anfällig für allgemeine Stimmungswechsel. Ökonomen bezeichnen dieses Stadium als «stabiles Ungleichgewicht».

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Verpflichtung der Zentralbanken

Der Einbruch des Goldpreises ist für den Pimco-Manager mit den Kollaps der Apple-Aktie zur vergleichen. Diese ist nach ihrem Allzeithoch von über 700 Dollar letzten Herbst regelrecht abgestürzt . Eine Analogie sieht er ebenfalls zu Facebook: Hier habe die grosse Bekanntheit und der ganze Hype um das Unternehmen die Anleger dazu verleitet, die Aktie beim Börsengang massiv zu überzeichnen.

Aus dem Einbruch von Gold und den Facebook- und Apple-Aktien lassen sich für El-Erian auch Lehren ziehen, die auf breiterem Feld angewendet werden können. So habe etwa die Verpflichtung der Zentralbanken zum Kauf von Wertpapieren dazu geführt, dass immer mehr Anleger grössere Risiken auf sich nähmen, da durch deren Eingreifen die Volatilität im Markt gesenkt wurde und eine «Illusion der Stabilität» erzeugt habe.

Wachstum abgeschoben

Deshalb befindet sich für El-Erian die Weltwirtschaft in einem gefährlichen, «eigenen stabilen Ungleichgewicht». Denn den Märkten würden die Fundamentaldaten davonlaufen, weil alle Welt erwarte, dass dank den Zentralbanken das Wachstum angeschoben werde.

(rcv/se)