1. Home
  2. Konjunktur
  3. Was sich die Wirtschaft vom Royal Baby erhofft

Detailhandel
Was sich die Wirtschaft vom Royal Baby erhofft

Gnappies schreibt zu seinen Windeln mit Krone: «Inspired by royalty, available for all babies.» (Bild: Screenshot)

Die Geburt des Sohnes von Kate und William soll die britische Wirtschaft laut Experten ankurbeln. In der Schweiz dürfte ein Souvenir-Boom dagegen ausbleiben.

Veröffentlicht am 23.07.2013

Britische Experten gehen davon aus, dass der im Könighaus der Wirtschaft auf der Insel einen Schub von 240 Millionen Pfund geben wird. Es ist nach der Hochzeit des Paares im April 2011 und dem 60. Thronjubiläum von Königin Elizabeth II. im Juni 2012 das dritte Grossereignis der Royals in jüngerer Vergangenheit, das den Einzelhandel beglücken dürfte. Die Geburt sei «eine gute Nachricht ohne Schattenseiten», sagt Joshua Bamfield vom Zentrum für Einzelhandelsforschung.

Bamfield zufolge arbeiten einige Hersteller seit Monaten mit Volldampf, um die Nachfrage befriedigen zu können. Da wären die Strampler mit dem Schriftzug «Born to Rule» («Zum Herrschen geboren») oder die limitierte Sonderausgabe der Einweg-Windeln in lila mit einer kleinen Krone am Po. «Seit wir unsere Mini-Kollektion gestartet haben, gab es einen großen Ansturm», sagt die Besitzerin eines Babyladens. «Einige Teile waren sogar nach wenigen Tagen ausverkauft.»

Millionen für Alkohol und Partyessen

Aber es ist nicht nur die Kleidung: Bamfield schätzte vor der Geburt, dass die Briten bei den Geburtsfeiern 62 Millionen Pfund für Alkohol und 25 Millionen für Partyessen ausgeben.

Der britische Einzelhandel profitiert ohnehin vom sogenannten «Kate-Effekt»: Was die Herzogin anzieht, findet sich schnell auf den Kleiderstangen wieder. Nun dürfte das Phänomen auf ihr Kind übergehen. «Ich gucke mir auf jeden Fall an, was sie kauft», sagt die Schwangere Robin Bennett zur Babykleidung. «Wenn sie es kauft, muss es gut sein.»

Der Trend, so hofft der Einzelhandel, wächst dann mit dem Kind mit. Mit Spannung kann dann auf die erste Rassel oder das erste Fahrrad gewartet werden.

«Schweizer haben ein nüchternes Verhältnis Prinzen»

Auf die Schweiz überspringen dürfte der köngliche Funken aber wohl kaum. «Gemessen an Google Trends schätze ich, dass das Royal Baby in der Schweiz keinen Souvenir-Boom auslösen wird», Detailhandelsexpertin Karin Frick vom Gottlieb Duttweiler Institut gegenüber handelszeitung.ch. 

«Die Schweizer haben auch traditionell ein ziemlich nüchternes und zurückhaltendes Verhältnis zu Königen und Prinzen.» Eltern, die in nächster Zeit ein Baby erwarten, könnten aber damit rechnen, «dass sie ein bis zwei Schlüttli, Finkli, Löffeli» und ähnliches mit royalen Signeten geschenkt bekommen.

(tno/vst/reuters)

Anzeige