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Massnahme
Wegen Steuerbetrügern setzt Griechenland auf Plastikgeld

Kreditkarten: Sie machen Steuerbetrug schwieriger. Keystone

In Griechenland zahlen Steuerbetrüger lieber in Bar. Der Staat will deshalb Bürger belohnen, die Kreditkarten benutzen.

Veröffentlicht am 23.08.2017

Im Kampf gegen Steuerhinterziehung will der griechische Staat Bürger belohnen, die ihre Einkäufe mit Karte bezahlen. Geplant sei, monatlich 1000 Griechen auszulosen, die nachweislich viele ihrer Ausgaben elektronisch bezahlten, berichtete die griechische Nachrichtenagentur ANA-MPA am Mittwoch.

Die zufällig ausgewählten Bürger sollten 1000 Euro Belohnung erhalten. Zum konkreten Ablauf werde in den kommenden Tagen ein entsprechender Ministerialbescheid erfolgen, hiess es. Elektronische Kartenzahlungen lassen sich nachverfolgen, Verkäufe und Dienstleistungen ohne offizielle Rechnung samt fälliger Steuer sind so kaum möglich.

Hohe Steuerschulden

Wie vor mehreren Wochen bekannt wurde, schulden rund 3,8 Millionen griechische Bürger und Unternehmen dem Staat insgesamt 95 Milliarden Euro an Steuern. Um wenigstens einen Teil dieser Verbindlichkeiten einzutreiben, versucht der Staat, die Steuerfahndung auf Vordermann zu bringen und die Menschen mit verschiedenen Anreizen zu locken – unter anderem mit der Steuer-Lotterie.

(reuters/mbü)

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