Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihr Billiggeld-Versprechen bekräftigt. Die Leitzinsen würden «für längere Zeit auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau» gehalten, sagte EZB-Chef Mario Draghi in Frankfurt, ohne den Zeitraum zu konkretisieren.

Zuvor hatte die Notenbank den Leitzins auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent bestätigt. Die Entscheidungen seien im EZB-Rat einstimmig gefallen, so Draghi.

Draghi will Rendite-Anstieg verhindern

Nach den Worten des Notenbankchefs bestehen trotz ermutigender Frühindikatoren weiterhin erhebliche Risiken für das Wachstum im Währungsraum. Die Lage am Arbeitsmarkt bleibe kritisch.

«Draghi versucht vor dem Hintergrund der sich aufhellenden Konjunkturindikatoren etwaigen Spekulationen in Richtung höherer Renditen entgegenzuwirken», kommentiert Experte Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen.

Eurokurs taucht kurzzeitig ab

Allerdings bleibe die EZB, so Draghi, bei ihrer Annahme einer schrittweisen wirtschaftlichen Erholung. Die Inflationserwartungen bezeichnete Draghi als «fest verankert».

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Die Aussicht auf eine dauerhaft lockere Geldpolitik im Währungsraum drückte den Eurokurs kurzzeitig auf ein Tagestief von 1,3194 US-Dollar. Allerdings eroberte die Gemeinschaftswährung rasch die Marke von 1,32 Dollar zurück.

(jev/awp)