Weitere Firmen haben aufgrund der Frankenstärke Verlängerungen der Wochenarbeitszeit angekündigt. Beim Kabelhersteller Huber+Suhner, der Gebäudehüllenproduzentin Eternit und dem Maschinenbauer Tornos wird ab März bei gleichem Lohn länger gearbeitet.

Die rund 500 Angestellten von Eternit Schweiz an den Standorten Niederurnen GL und Payerne VD müssen künftig 45 statt 42 Stunden pro Woche arbeiten. Die Massnahme gelte ab 1. März und solle am Ende des Jahres überprüft werden, bestätigte die Assistentin des Eternit-Schweiz-Chefs Urs Lehner einen entsprechenden Bericht von Radio Zürisee.

Weniger Lohn für Kader

Die Angestellten von Huber+Suhner müssen ebenfalls ab März 43 statt 40 Stunden arbeiten. Gleichzeitig verzichtet die Konzernspitze auf 10 Prozent der Zielsaläre und der Rest des Kaders auf 5 Prozent. Dem Verwaltungsrat wird 10 Prozent des Entgelts gestrichen.

Diese Massnahmen gegen die Frankenstärke gelten vorerst für ein Jahr. Die Arbeitszeitverlängerung wurde im Einvernehmen mit der Arbeitnehmervertretung beschlossen und entspricht dem Gesamtarbeitsvertrag der schweizerischen Maschinen- und Metallindustrie.

Auch der Drehmaschinenhersteller Tornos reagiert auf die Frankenaufwertung mit einer Erhöhung der Arbeitszeit. Ab März werde die Wochenarbeitszeit an den Schweizer Standorten auf bis zu 43 Stunden erhöht, teilte das Unternehmen mit.

Die Massnahme soll Mitte Juni im Hinblick auf eine mögliche Verlängerung gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung überprüft werden. Tornos will mit der Massnahme Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit stärken und die negativen Auswirkungen der Frankenaufwertung nach der Aufgabe des Euro-Mindestkurses durch die Nationalbank eindämmen.

Verschiedene Massnahmen

Am 15. Januar hatte die Schweizerische Nationalbank den Euro-Mindestkurs aufgehoben, woraufhin sich der Franken stark aufwertete. Vor allem exportorientierte Industrieunternehmen haben nun Probleme, weil ihre Produkte im Euroraum plötzlich teurer geworden sind.

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Erst am Dienstag hatten der Maschinenfahrzeughersteller Stadler Rail und der Haushaltsgerätehersteller V-Zug eine Verlängerung der Arbeitszeit angekündigt. Die gleiche Massnahme hatten vor ihnen bereits andere Unternehmen wie der Schaffhauser Industriekonzern Georg Fischer, das Uzwiler Technologieunternehmen Bühler und der Lysser Metallverarbeiter Feintool ergriffen.

Der Basler Zahnimplantatehersteller Straumann hatte Anfang Februar für Aufsehen gesorgt, als er neben einem Lohnverzicht ankündigte, Löhne für Grenzgänger in Euro zahlen zu wollen. Die Gewerkschaften lehnten dieses Vorgehen allerdings vehement ab.

Mittelfristig dürfte es nach Einschätzung der Finanznachrichtenagentur AWP auch zu Auslagerungen der Produktion kommen. Die Entscheidungsfristen dafür dürften aber etwas länger dauern.

Kurzarbeit ist laut AWP dagegen - zumindest vorläufig - bei den Unternehmen noch kein grosses Thema. Zwar haben erste Firmen Gesuche für Kurzarbeit wegen des starken Frankens eingereicht; solange aber die Auftragslage bei den Unternehmen gut ist, werden das Ausnahmen bleiben.

(sda/chb)