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Schwellenländer
Welche Risiken im Jahr 2018 bestehen

Feuerwerk in der Silvesternacht in Moskau: Das Riesenland steht vor einigen Herausforderungen.
Feuerwerk in der Silvesternacht in Moskau: Das Riesenland steht vor einigen Herausforderungen.Quelle: Keystone

Russland, Mexiko & Co. profitieren auch dieses Jahr vom globalen Wachstum. Doch es gibt politische und wirtschaftliche Risiken, die für Störfeuer sorgen könnten. Ein Überblick.

Veröffentlicht am 01.01.2018

Russland

Die Beziehungen zum Westen sind unter dem im März zur Wiederwahl antretenden Präsidenten Wladimir Putin seit der russischen Annexion der Krim im Jahr 2014 angespannt. Die USA denken unter Präsident Donald Trump darüber nach, die Sanktionen gegen das Schwellenland am Kapitalmarkt auszuweiten. Dies könnte internationale Investoren dazu bringen, auf die Landeswährung Rubel lautende russische Staatsanleihen aus den Depots zu werfen. Bank of America Merrill Lynch erwartet, dass dies zugleich den Rubel auf Talfahrt schicken würde.

Mexiko

Die Präsidenten-Wahlen im Juli könnten den Linkspolitiker Andres Manuel Lopez Obrador an die Macht bringen. Damit droht eine weitere Verschlechterung der Wirtschaftsbeziehungen zu den USA. Präsident Trump hat bereits das Nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta in seiner jetzigen Form in Frage gestellt. Für Mexiko steht viel auf dem Spiel: 80 Prozent der Exporte landen beim großen Nachbarn im Norden. Lopez Obrador will Washington dennoch Paroli bieten. Mit einem Seitenhieb auf Trump hat er angekündigt, sich «keine rassistische, hegemoniale, arrogante Haltung» bieten zu lassen.

Venezuela

Über dem Land kreist der Pleitegeier. Die Regierung spricht mit Gläubigern über eine Umschuldung im Volumen von rund 60 Milliarden Dollar. Präsident Nicolas Maduro, dem 2018 Wahlen ins Haus stehen, will angesichts der katastrophalen Wirtschaftslage Schulden des Landes nicht wie vereinbart zurückzahlen. Vielmehr soll zunächst die Lage der Bevölkerung in dem einst wohlhabenden und ölreichen Land verbessert werden. Sollte die staatliche Gesellschaft PDVSA die Öl-Förderung nachhaltig zurückfahren, wäre eine Zahlungsunfähigkeit des Landes wohl nicht mehr weit weg. Ökonom Anthony Kettle vom Vermögensverwalter BlueBay Asset Management ist skeptisch, dass Venezuela wirtschaftlich und in Sachen Umschuldung rasch die Kurve kriegt: «Das könnte sich als Illusion erweisen.»

Südafrika

Die Bonitätswächter von Moody's könnten im Frühjahr den Daumen über dem Land senken: Damit könnte die Bewertung der Staatsanleihen auf Ramschniveau absinken. In der Folge droht dann eine Kapitalflucht aus dem Land. Dies wären denkbar schlechte Startbedingungen für den in der Wirtschaft als Hoffnungsträger gefeierten neuen Chef der Regierungspartei ANC, Cyril Ramaphosa, der für die Präsidentenwahl 2019 als Spitzenkandidat gehandelt wird. 

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