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Beschäftigung
Weltmeister – Schweiz nutzt Jugendpotenzial am besten

Laut einer Studie schöpft die Schweiz das wirschaftliche Potenzial von Jugendlichen im OECD-Raum am besten aus. Ganz im Gegensatz zu anderen Ländern. Das drückt die Wirtschaftsleistung.

Veröffentlicht am 20.11.2015

Nirgendwo auf der Welt sind Jugendliche so gut in der Wirtschaft integriert wie in der Schweiz. Beim Anteil an Beschäftigung sowie Aus- und Weiterbildung junger Menschen im Jahr 2014 nimmt die Eidgenossenschaft unter 34 OECD-Ländern den Spitzenplatz ein. Das zeigt die Studie «Young Workers Index» des Wirtschaftsprüfers Pricewaterhouse Coopers (PWC).

In der Liste der erfolgreichsten Länder im letzten Jahr belegt Deutschland den zweiten Platz. Dahinter folgen Österreich, Island, Norwegen und Kanada. Die USA kommen auf den 11. Rang zu liegen.

Erfolgreiches Aus- und Weiterbildungssystem

«Es scheint, dass die Kernländer wie Deutschland, Schweiz und Österreich die besten Vorbilder sind, wenn es um die Potenzialentwicklung junger Menschen geht», sagt John Hawksworth, Chefökonom von PWC. Diese Länder hätten nach der globalen Rezession weniger unter der Jugendarbeitslosigkeit gelitten. Grund sei vor allem das erfolgreiche Aus- und Weiterbildungssystem.

Auf den hintersten Plätzen der Liste befinden sich daher die Länder, die unter einer hohen Arbeitslosigkeit leiden. Diese ist teils besonders bei jungen Menschen unter 25 Jahren gross. Schlusslicht der Liste bildet Italien. Das südliche Nachbarland kämpft mit einer Arbeitslosenquote bei Jugendlichen von über 40 Prozent. Auch in Spanien (Platz 33) und Griechenland (Platz 32) ist die Situation alarmierend. In beiden Ländern ist über die Hälfte aller Jugendlichen unbeschäftigt.

Finanzkrise hinterlässt Spuren

Im Jahresvergleich fällt auf: Der Index der meisten Länder verschlechterte sich zwischen 2006 und 2011. Hier machen sich die Auswirkungen den globalen Finanzkrise auf die junge Arbeitsbevölkerung besonders bemerkbar.

Obwohl viele Länder nach 2011 einen klaren Aufschwung verzeichnete hätten, sei der Durchschnittsindex 2014 für die gesamte OECD stark unter dem Niveau von vor 2006 geblieben, so die Studie.

Verpasstes Potenzial

In den Ländern, die bei der Studie schlecht abschneiden, bleibt viel Potenzial ungenutzt. Das hat langfristige negative Folgen für die Wirtschaftsleistung der Staaten. Würde es diesen Länder gelingen, den Anteil der 20 bis 24-Jährigen, die nicht erwerbstätig sind oder sich in Ausbildung befinden, auf das Niveau in Deutschland zu reduzieren, würden die meisten OECD-Länder ihr Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträchtlich und langfristig beflügeln können, schreiben die Autoren der PWC-Studie. 

Für Italien würde dies ein potenzieller Anstieg des BIP um 8 Prozent bewirken. Griechenland könnte die Wirtschaftsleistung um knapp 8 Prozent und Spanien um 7,5 Prozent ankurbeln. Die USA verpassen ein Potenzial von rund 3 Prozent. Basierend auf den BIP-Werten 2015 könnten die OEC-Länder mit einer verbesserten Beschäftigung der Jugendlichen die Wirtschaftsleistung insgesamt um 1,2 Billionen Dollar steigern.

(dbe)

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