Trotz Einigung mit den Gläubigern beherrscht Griechenland die internationalen Schlagzeilen. Die öffentlichen Schulden sind fast doppelt so hoch wie die jährliche Wirtschaftsleistung des südeuropäischen Landes. Kaum ein Beobachter glaubt noch, dass die Hellenen ohne Schuldenschnitt jemals wieder auf die Beine kommen werden.

Und das Land ist kein Einzelfall – oder nur ein europäisches Thema.  Die grundlegende Ursache der hellenischen Krise ist der grossen Divergenz geschuldet, wie es die Ökonomen der Privatbank Pictet in ihrer monatlichen Analyse «Perspektiven» formulieren. Gemeint ist die gegenläufige Entwicklung von Staatsschulden und Wirtschaftswachstum. «Andere Länder stehen ebenfalls vor diesem Problem», schreiben die Experten. Selbst wenn die Situation oft weniger akut als in Griechenland ist.

Steuererhöhungen kommen schlecht an

Nach der Finanzkrise 2008 kämpfen Staaten rund um den Globus gegen ausufernde Schulden. So droht etwa die wachsende Verschuldung des amerikanischen Bundeshaushalts das wirtschaftliche Wachstum der grössten Volkswirtschaft der Welt in der kommenden Dekade zu ersticken. Davor warnte das Congressional Budget Office. Um die Schuldenquote bei 75 Prozent des BIP zu stabilisieren, müssten eigentlich die Steuern nach oben – doch davor scheut man sich in Washington.

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Die mit Abstand höchste öffentliche Verschuldung weist indes Japan auf: Das Land in Fernost hat mittlerweile zweieinhalb mal so viele Verbindlichkeiten aufgetürmt, als alle Unternehmen, Privatpersonen und der Staat jedes Jahr produzieren. Der Plan von Premier Shinzo Abe sieht eigentlich vor, dass die Schulden ab 2020 wieder sinken. Doch das ist äusserst ambitioniert: Denn der Plan setzt ein nominales BIP-Wachstum von 3 Prozent voraus – «was weit über Japans jüngstem Durchschnitt liegt», analysieren die Pictet-Ökonomen.