Die weltweite Nachfrage nach Kohle dürfte sich in den kommenden Jahren abkühlen. Die Internationale Energieagentur (IEA) erwartet, dass der Verbrauch vorerst nicht mehr so stark zulegen wird wie in der Vergangenheit. Grund seien vor allem Chinas Reformen in der Energiepolitik, hieß es in einem am Montag vorgelegten Bericht der Industriestaaten-Einrichtung.

Demnach wird die Kohle-Nachfrage bis 2018 jährlich im Schnitt nur noch um 2,3 Prozent wachsen. Im vergangenen Jahr hatten die IEA-Experten bis 2017 noch eine Rate von 2,6 Prozent vorausgesagt. Im Zeitraum von 2007 bis 2012 belief sich der Zuwachs im Mittel noch auf 3,4 Prozent.

Für China wird nun eine deutliche Abschwächung auf 2,6 Prozent prognostiziert. Dies wäre der geringste Anstieg seit 2001. Wegen massiver Umweltprobleme will die Volksrepublik ihre Kohlendioxid-Emissionen drosseln und verstärkt auf Erdgas, Atomkraft und erneuerbare Energien setzen. Für Europa rechnet die IEA wegen der Konjunkturflaute mit einem jährlichen Rückgang des Kohleverbrauchs um ein Prozent, für die USA mit einem Minus von 0,1 Prozent.

Leidtragender ist vor allem Australien

Leidtragender der Entwicklung könnte insbesondere Australien sein, wie eine Studie der Universität Oxford ergab. Demzufolge dürften in dem Land zahlreiche Förderprojekte aufgegeben werden, sollten die Kohlepreise niedrig bleiben.

Kohle ist nach Öl der zweitwichtigste Energielieferant weltweit und wird nach IEA-Einschätzung diesen Status in absehbarer Zeit nicht verlieren. «Kohle ist reichlich vorhanden und geopolitisch sicher», erläuterte Agenturchefin Maria van der Hoeven. «Ob wir wollen oder nicht - die Kohle bleibt uns noch lange erhalten.»

(reuters/moh)