Auch die Olympischen Winterspiele in Sotschi können die Konjunkturabkühlung in Russland nicht aufhalten. Zwar rechnet die Zentralbank mit einem zusätzlichen Wachstumsschub durch das Grossereignis von 0,3 Prozentpunkten im ersten Halbjahr, wie sie in ihrem Quartalsbericht erklärte. Dennoch senkte sie ihre Prognose für das Gesamtjahr auf 1,5 bis 1,8 Prozent. Bislang war von zwei Prozent die Rede. In den beiden kommenden Jahren soll sich das Wachstum zwischen 1,7 und 2,0 Prozent einpendeln, was vergleichsweise wenig ist für das aufstrebende Schwellenland ist.

Investoren ziehen Gelder ab

Grund für den Pessimismus ist die straffere Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve. Sie pumpt weniger Geld in die Wirtschaft, wovon bislang ein Teil in den Schwellenländern landete. Nun ziehen Investoren ihre Gelder wieder verstärkt ab. Dies begrenze den Zugang der russischen Unternehmen zum internationalen Kapitalmarkt, erklärte die russische Zentralbank. Die heimische Währung Rubel wertete wegen der Kursänderung der Fed deutlich ab. Das wiederum werde den Inflationsdruck erhöhen, da Russland viele Waren im Ausland kaufen muss, so die Zentralbank. 

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(reuters/dbe/sim)